https://www.faz.net/-gtl-8m736

Kampf gegen Doping : Mehr Einfluss und Geld für die Wada

Das ist der „Olympische Gipfel“: In Lausanne wird debattiert. Bild: AP

Noch vor kurzer Zeit war das IOC nicht gut auf die Welt-Anti-Doping-Agentur zu sprechen. Nun ist alles anders. Das Internationale Olympische Komitee stärkt den Kämpfern gegen Doping den Rücken.

          2 Min.

          Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) wird vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nun doch nicht abgestraft. Im Gegenteil: Geht es nach den Wünschen des IOC, soll sie in Zukunft mehr Geld, mehr Einfluss, mehr Unabhängigkeit und mehr Instrumente bekommen, um den Anti-Doping-Kampf effektiver zu führen. In einer Erklärung des „Olympischen Gipfels“, einer hochkarätig besetzten IOC-Runde, die am Samstag in Lausanne tagte, wurde noch einmal ausdrücklich die Rolle der Institution formuliert: „Der weltweite Kampf gegen Doping liegt in der Verantwortung der Wada. Die Regierungen der Welt und die olympische Bewegung teilen sich das Engagement in der und die Finanzierung der Wada zu gleichen Teilen.“

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Rechtzeitig zu den Winterspielen 2018 in Pyeonchang soll das globalisierte, zentral gelenkte System arbeitsfähig sein. Zuletzt hatte es im olympischen Zirkel harsche Kritik an der Agentur gegeben im Zusammenhang mit der Entdeckung des staatlich gelenkten russischen Doping-Systems. Der Wada wurde unter anderem Säumigkeit vorgeworfen. Erst gut zwei Wochen vor der Eröffnung von Rio hatte sie den McLaren-Report publiziert, in dem das russische Staats-Doping belegt wird. Damit, dass sie eigenmächtig aufgrund der Erkenntnisse den kompletten Olympia-Ausschluss des russischen Teams empfohlen hatte, erhöhte die Wada den Druck auf IOC-Präsident Thomas Bach. Dieser ließ Russlands Athleten unter wenig effektiven Auflagen zu.

          Craig Reedie, IOC-Vizepräsident und Wada-Chef, wird die Vorschläge des Gipfels dem Wada-Gründungsrat im November vorlegen. Voraussetzung ist die Erweiterung des Budgets. Die olympische Bewegung sei dazu bereit. Allerdings müssen die Regierungen gleichziehen, um den 50:50-Status zu wahren. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, als würden wir die Wada übernehmen“, sagte Bach. Der bereits früher gefasste Plan, das Doping-Testprogramm von den Sportverbänden ganz zu lösen, soll umgesetzt werden. Zu den Maßnahmen gehört die Schaffung einer eigenen Behörde innerhalb der Wada, die das Testprogramm unabhängig leitet.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Die Sanktionen sollen schon in erster Instanz vom Internationalen Sportgerichtshof verhängt werden. Um das System unabhängiger zu machen von „nationalen Interessen“, soll die Wada mehr Autorität über die Nationalen Anti-Doping-Agenturen erhalten. Aus Sicht der Nationalen Anti-Doping-Agentur Deutschlands (Nada) ist eine notwendige Reform jedoch ausgeblieben. „Im Wesentlichen handelt es sich um die Wiederholung einer Agenda aus dem Jahr 2014. Es bleibt daher abzuwarten, ob es die internationalen Sportorganisationen schaffen, die bestehenden Interessenkonflikte zu lösen“, sagte Dr. Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nada, am Samstag.

          Weitere Themen

          Bulgarische Fußball-Fans festgenommen

          Rassismus-Vorfälle : Bulgarische Fußball-Fans festgenommen

          Konsequenzen aus den Vorfällen in den EM-Qualifikationsspielen: In Bulgarien werden Fans festgenommen, die an den rassistischen Vorfällen beteiligt gewesen sein sollen. Die Uefa setzt wegen der Salutgrüße der Türken einen Inspektor ein.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.