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Junge Sportler werden aktiv : Ein Greta-Moment

Sportler organisieren sich auf der ganzen Welt – sie erkennen dabei Parallelen zu Aktivisten, die auf anderen Gebieten ein radikales Umsteuern fordern. Bild: F.A.Z.-Illustration

Die Athleten begehren immer mehr auf. Sie reklamieren, dass Fairness, Demokratie und Transparenz auch für sie gelten müssen. Gerade im Umgang mit den Verbänden.

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          Die Geschichte vom verpassten Olympia-Tattoo ist so verblüffend, dass sie typisch sein muss. Der Säbelfechter Max Hartung erzählt sie, und der Eisschnellläufer Moritz Geisreiter erzählt sie auch. Sie geht so: Den beiden jungen Athleten ging die Begeisterung für den bedeutendsten Wettbewerb, den sie erreichen konnten, buchstäblich unter die Haut. Aus Stolz, zur Erinnerung an den Höhepunkt ihrer athletischen Karriere, aus Enthusiasmus entschloss der eine unabhängig vom anderen, die Olympischen Ringe auf dem Körper zu tragen. Der eine fand nicht den richtigen Tätowierer, der andere hatte erst Wichtigeres zu erledigen. Jedenfalls verzögerte sich die Sache. Schließlich ernüchterte die olympische Realität alle beide. Aus ihren Tätowierungen wird nichts mehr werden.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Irgendwann habe ich die rosa Brille abgesetzt“, sagt Geisreiter. Sotschi 2014, die Winterspiele des großen Betruges der Russen, waren sein erstes Olympia. Selbstverständlich wusste er damals nicht, dass nachts Laborleiter und Geheimdienstler heimlich Doping-Proben austauschten. Doch allein zu erleben, dass Winterspiele in einem tropischen Badeort ausgetragen wurden, dass die Veranstalter sie mit der Umsiedlung eines Dorfes und mit der Planierung von urtümlichen Bergwäldern erzwangen, machte Geisreiter deutlich: „Olympische Spiele können ein radikaler Prozess sein.“ Das Markenlogo Olympische Ringe stehe nicht nur für sportliche Werte.

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