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Julius-Hirsch-Preis vergeben : „Bei uns ist das Boot nie zu voll“

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Verani Kartum, Vorsitzender des Vereins SC Aleviten Paderborn: „Bei uns ist das Boot nie zu voll.“ Bild: dpa

Der SC Aleviten Paderborn wird für sein Projekt „Wege der Erinnerung“ mit dem Julius-Hirsch-Preis 2018 ausgezeichnet. Mehr als zwei Drittel der Vereinsmitglieder haben Migrationshintergrund.

          Der Kreisligaklub SC Aleviten Paderborn wird vom Deutschen Fußball Bund (DFB) mit dem Julius-Hirsch-Preis 2018 ausgezeichnet. Die Jury um Verbandspräsident Reinhard Grindel ehrt den Verein aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen für das Projekt „Wege der Erinnerung“, wie der DFB am Dienstag mitteilte. Jugendgruppen des Paderborner Vereins hatten KZ-Gedenkstätten in Sachsenhausen und Ravensbrück besucht.

          „Die Erinnerung an Naziterror und Holocaust wachzuhalten, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe", sagte Grindel und fügte an: „Ich finde es besonders bemerkenswert, dass sich Aleviten dem Kampf gegen Antisemitismus in unserer Gesellschaft widmen.“ Aleviten sind Mitglieder einer Glaubensrichtung, die hauptsächlich in der Türkei beheimatet ist. „Bei uns ist das Boot nie zu voll“, sagte der Vereinsvorsitzende Verani Kartum. Mehr als zwei Drittel der Mitglieder haben einen Migrationshintergrund.

          Auf Platz zwei landete Hertha BSC für eine Fahrt von Fans in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt der Sportjugend Berlin und der Sportschule im Olympiapark in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Dabei setzte man sich mit der Lebensgeschichte des ehemaligen Vereinsarztes Dr. Herman Horwitz auseinander. Der dritte Preis geht an das Fanprojekt Bochum, das nach rassistischen Vorfällen die „AG Erinnerungsorte Bochum“ gegründet hatte.

          Der Julius-Hirsch-Preis wird seit 2005 jährlich im Namen des ehemaligen Nationalspielers verliehen, der 1933 aus der Zeitung erfahren musste, dass die süddeutschen Spitzenvereine den Ausschluss aller jüdischen Mitglieder beschlossen hatten. 1943 wurde Julius Hirsch in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Der Preis geht an Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft für Demokratie, Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten einsetzen. Die Verleihung erfolgt in diesem Jahr am 18. November im Fußballmuseum in Dortmund.

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