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„Jugend trainiert für Olympia“ : Rückzug vom Rückzug

Auch die Jugend-Staffel darf den Stab in Zukunft weitergeben Bild: dpa

Das Bundesinnenministerium wollte „Jugend trainiert für Olympia“ die finanzielle Unterstützung entziehen. Ausgerechnet der Haushaltsausschuss verhindert das.

          Es ist ein Rückzug vom Rückzug: Noch vor wenigen Tagen bekräftigte das Bundesinnenministerium, dass es seine Fördermittel auf den Spitzensport konzentrieren wolle und sich „aus peripheren Bereichen“ wie dem Schulsport schrittweise zurückziehe, „damit Deutschland erfolgreiche Spitzensportnation bleibt“. Das sollte heißen: Kein Geld mehr vom Bund für „Jugend trainiert für Olympia“ und „Jugend trainiert für Paralympics“ ab dem Jahr 2015. Die dann fehlenden 700.000 Euro sollten von den Bundesländern bezahlt werden. Die  protestierten scharf, Sportvertreter und Landessportbünde aller Länder sahen die Zukunft der Schulwettbewerbe in Gefahr. Der Tenor: Wie soll Deutschland eine Spitzensportnation bleiben, wenn der Nachwuchs nicht gefördert wird?

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Nun hat der Haushaltsausschuss des Bundestages in der Nacht zu Freitag den Entwurf von Bundesinnenminister de Maizière gekippt und damit vor allem dem Sportausschuss des Bundestages eine Niederlage eingebracht. Der hatte sich zuvor noch für die Kürzung ausgesprochen. „„Ich finde es kein gutes Zeichen, wenn Mitglieder des Sportausschusses die Bedeutung von „Jugend trainiert für Olympia“ unterschätzen“, sagt Andreas Stoch, Kultusminister von Baden-Württemberg und Leiter der Schulsportstiftung, die “Jugend trainiert für Olympia“ ausrichtet, zu FAZ.NET.

          Das Argument der Bundesregierung, dass Schulsport Sache der Länder, und Spitzensport Sache des Bundes ist, will Stoch daher nicht gelten lassen.„Wie wichtig dieser Wettbewerb ist, haben einige Mitglieder des Sportausschusses offenbar nicht verstanden.“ Die Wettbewerbe böten schließlich die Möglichkeit, Talente zu fördern und seien damit „eine Brücke zwischen Schulsport und Spitzensport“. Stoch freut sich daher besonders über den Entschluss des Haushaltsausschusses. „Das ist ein wichtiges Signal für die Nachwuchsförderung.“

          Karrierebeginn für Olympiasieger

          Der Großteil der Finanzierung für die Schulsportwettbewerbe wird von den Ländern getragen: Der Bund unterstützt lediglich die Finalwettbewerbe in Berlin mit 700.000 Euro. Alleine diese Finals kosten rund 2,75 Millionen Euro. Insgesamt liegen die Kosten für „Jugend trainiert für Olympia“ und „Jugend trainiert für Paralympics“ laut dem Kultusministerium Baden-Württemberg zwischen 12 und 14 Millionen Euro.

          Die Länder zahlen unterschiedlich viel für ihre Schüler, Hessen unterstützt seine 60.000 Schüler, die sich jedes Jahr in den Landeswettbewerben messen, mit etwa 350.000 Euro. Baden-Württemberg zahlt rund eine Million Euro. Im vergangenen Jahr nahmen rund 800.000 Schüler an den Wettbewerben teil. Einige Olympiasieger begannen zudem ihre Karriere bei „Jugend trainiert für Olympia“, darunter die Schwimmerin Britta Steffen und Tennislegende Boris Becker.

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