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Ringen : Iranischer Verbandschef tritt wegen Anti-Israel-Kurses zurück

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Zur Niederlage gezwungen: Wegen Ali-Resa Karimi tritt der Verbandschef zurück Bild: AFP

Mit der Courage eines Ringers: Der iranische Verbandschef Rassul Chadem begehrt gegen die Anti-Israel-Politik im Sport seines Landes auf. Einer seiner Ringer musste kürzlich absichtlich verlieren.

          Der Chef des iranischen Ringerverbandes ist wegen der anti-israelischen Sportpolitik des Landes zurückgetreten. „Manchmal ist Rücktritt der beste Auftritt“, schrieb Rassul Chadem am Mittwoch in einer Presseerklärung. Ohne direkt auf die anti-israelische Sportpolitik einzugehen, beschrieb er seine weitere Arbeit im Verband als belanglos. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA sind nach Chadems Rücktritt weitere hochrangige Funktionäre zurückgetreten.

          Hintergrund ist das Verbot für iranische Sportler, wegen der politischen Feindschaft mit Israel und aus Solidarität mit Palästina gegen israelische Athleten oder Mannschaften anzutreten. Im gleichen Zusammenhang wurde Anfang des Jahres gegen den U23-Freistilringer Ali-Resa Karimi eine internationale Sperre verhängt. Er musste bei der WM in Polen 2017 auf Anweisung seiner Trainer im Halbfinale verlieren, weil er sonst gegen einen Israeli hätte antreten müssen.

          Diese Politik sorgt im Land immer wieder für heftige Diskussionen. Im August vergangenen Jahres wurde der Kapitän der iranischen Fußball-Nationalmannschaft, Massoud Schojaei, vom Team ausgeschlossen, weil er mit seinem Verein Panionios Athen in der Europa League gegen ein israelisches Team gespielt hatte.

          Chadem hatte gesagt, es könne nicht angehen, dass Sportler sich jahrelang auf ein internationales Turnier vorbereiteten, um dann wegen der Politik nicht antreten zu dürfen oder einen Kampf verlieren zu müssen. Das Sportministerium lehnte Chadems Rücktritt zunächst ab und will mit ihm nochmals das Gespräch suchen. Auch das iranische Außenministerium will sich laut ISNA in die Diskussionen einschalten. Ringen ist neben Fußball die beliebteste Sportart im Iran.

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