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Parlament diktiert den Sport : Iran will per Gesetz Duelle mit Israelis verbieten

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Wettkämpfe verboten: Iraner wie der Ringer Alireza Mohammad Karimimachiani sollen nicht gegen Israelis antreten. Bild: AFP

Ein versöhnlicherer Kurs des iranischen Sports scheint an der Politik zu scheitern: Nun soll gar ein Gesetzentwurf internationale Wettbewerbe mit Israelis verbieten. Einige Nationalverbände hatten zuletzt Hoffnung auf ein Ende des Boykottzwangs.

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          Iran will nun per Gesetz seinen Sportlern internationale Wettbewerbe gegen israelische Gegner verbieten. Ein dementsprechender Gesetzentwurf wurde vom iranischen Parlament bewilligt, sagte der Leiter des parlamentarischen Sportausschusses laut der Tageszeitung Etemad am Donnerstag. „Wir haben ideologische Grundsätze und demnach wird das zionistische Regime (Israel) nicht als souveräner Staat anerkannt und dementsprechend wird es gegen die auch keinen sportlichen Wettbewerbe geben“, sagte Mohammed Asisi.

          Falls dies zu einer Disqualifikationen oder Sperre von iranischen Sportlern und Mannschaften führen sollte, dann werden wir halt disqualifiziert“, meinte der Abgeordnete. Die ideologischen Prinzipien des Landes seien laut Asisi wichtiger als sportliche Wettbewerbe. Es sei nun die Aufgabe der jeweiligen Sportverbände dafür zu sorgen, dass es keine Sperren gibt.      

          In Iran hat das Thema in den letzten Jahren immer wieder für heftige Diskussionen und auch Kritik gesorgt. Hintergrund ist das Verbot für iranische Sportler, wegen der politischen Feindschaft mit Israel und aus Solidarität mit Palästina gegen israelische Athleten oder Mannschaften anzutreten. Deswegen kommt es auch immer wieder zu internationalen Sperren gegen iranische Sportler. Das Sportministerium hatte versucht einen Ausweg zu finden, der nach dem Beschluss des Parlaments nun wohl vom Tisch ist.

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