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F.A.Z. exklusiv : Iran verspricht Frauen Zutritt zu allen Spielen

Schon bei Irans Länderspiel gegen Kambodscha in Teheran waren Frauen im Stadion. Bild: EPA

Von Juni an dürfen Frauen bei Fußballspielen der Männer im Stadion sein. Dieses Versprechen gibt Iran dem Weltverband. Das erfuhr die F.A.Z. aus sicherer Quelle. Ob Frauen aber tatsächlich Zutritt erhalten, ist offen.

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          Iran hat dem Internationalen Fußballverband Fifa zugesagt, dass von Juni 2020 an bei allen Spielen von Männer-Fußballmannschaften in der ersten iranischen Liga, allen Länderspielen und allen Spielen der asiatischen Champions League Frauen zuschauen dürfen. Die Zusage haben das Sportministerium in Teheran sowie der iranische Fußballverband bei einem Treffen mit Fifa-Vertretern am 10. Dezember in Teheran gegeben, erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus sicherer Quelle.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Frauen sollen demnach bereits ab dem Frühjahr die Spiele der iranischen Klubs in der asiatischen Champions League verfolgen dürfen. Diese wurden nach dem Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine Anfang Januar durch Raketen der iranischen Revolutionsgarden auf die letzten drei Spieltage der Gruppenphase verschoben, die ab dem 6. April stattfinden.

          Für Ligaspiele der höchsten iranischen Spielklasse liegt die Zusage für die Zeit von Juni 2020 an vor. Das bedeutet, dass Frauen ab der kommenden Saison zugelassen würden, die Ende August beginnen dürfte. Für das nächste WM-Qualifikationsspiel gegen Hongkong am 26. März wurde der Fifa zugesagt, dass mehr Frauen als am 10. Oktober 2019 gegen Kambodscha das Spiel werden besuchen dürfen. Damals war circa 3500 Frauen Zugang gewährt worden.

          Es war das erste Männer-Fußballspiel seit Anfang der Achtziger Jahre in der Islamischen Republik, bei dem Frauen Eintrittskarten kaufen konnten. Trotz dieses Fortschritts verstieß der iranische Fußballverband auf Grund der strikten Limitierung des Kartenangebots für Frauen allerdings auch bei diesem Spiel gegen den Anti-Diskriminierungsgrundsatz der internationalen Fußballverbände.

          Am Montag hatte die von der Teheraner Stadtverwaltung herausgegebene Zeitung Hamschahri berichtet, die Fifa habe in einem Brief entsprechende Zusagen gefordert. Wie die F.A.Z. erfuhr, ist der Brief lediglich die Bestätigung der Zusage durch die iranischen Behörden. Ob Frauen tatsächlich wie zugesagt Zutritt erhalten, ist offen.

          An diesem Freitag wird in der Islamischen Republik ein neues Parlament gewählt, bei der kein Kandidat der Reformkräfte zugelassen wurde. Ob Ayatollah Ali Chamenei, der oberste geistliche Führer des Landes, die Umsetzung der Zusagen des Sportministeriums und des Verbandes nach einer weiteren Machtverschiebung zu Ungunsten des moderaten Präsidenten Hassan Rohani zulässt, ist offen.

          Nach Informationen der F.A.Z. wurde für den Fall, dass die Zusagen der Vereinbarung vom Dezember 2019 nicht erfüllt werden, von Seiten der Fifa nicht mit Sanktionen gedroht. Auch Hamschahri hatte unter Berufung auf Quellen im iranischen Fußballverband von einem „positiven Ton“ der Post aus Zürich geschrieben.

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