https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/iran-bekraeftigt-verbot-fuer-wettkaempfe-mit-israel-16777413.html

Ohne Gesetz : Iran bekräftigt Verbot für Wettkämpfe mit Israel

Wettkämpfe verboten: Iraner wie der Ringer Alireza Mohammad Karimimachiani sollen nicht gegen Israelis antreten. Bild: AFP

Die Diskriminierung israelischer Sportler bleiben in der Islamischen Republik Iran gewollt. Ein Gesetzentwurf wurde aber wieder gestrichen. Ein Verbot in Gesetzesform hätte vom internationalen Sport zwingend geahndet werden müssen.

          1 Min.

          Das Vorhaben iranischer Parlamentarier, den Sportlern des Landes Wettkämpfe gegen israelische Sportler gesetzlich zu verbieten, ist einstweilen ad acta gelegt  worden. Nachdem der Gesetzentwurf von den Abgeordneten des Madschles am vergangenen Donnerstag bewilligt worden war, wurde die explizit den Sport betreffende Klausel vom Parlamentsausschuss für nationale Sicherheit und auswärtige Angelegenheiten wieder aus dem „Antrag für die Konfrontation gegen die den Frieden und die Sicherheit gefährdenden Aktionen des zionistischen Regimes“ gestrichen, bevor er am Montag verabschiedet wurde. Ein Verbot in Gesetzesform hätte von den internationalen Sportverbänden und dem Internationalen Olympischen Komitee schwerlich ignoriert werden können.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Die Diskriminierung der israelischen Sportler und die Missachtung der grundlegenden Fairnessgebote sind allerdings seit Jahrzehnten geübte Praxis in der Islamischen Republik Iran und ziehen nur selten Strafen nach sich. Erst im Januar hatte sich IOC-Präsident Thomas Bach darauf berufen, dass ihm von Sportminister Massud Soltanifar und dem Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees Irans in einem Brief die umfassende Achtung der olympischen Charta versprochen worden sei.

          Keine Einblendung der israelischen Flagge

          Die Gesetzesinitiative des Parlaments zeigt, dass damit auch künftig kaum zu rechnen ist. Aus den Details des Gesetzes, wie die Nachrichtenagentur Mehr zitiert, geht unter anderem in Artikel 8 hervor, dass jede kulturelle oder mediale Handlung verboten sei, die „die Aufwertung des zionistischen Regimes“ beabsichtige. Als solche wird im Alltag zum Beispiel die Einblendung der israelischen Flagge gewertet. Zudem wurde zur Begründung für die Streichung der explizit den Sport betreffenden Passage in Parlamentarierkreisen ausgeführt, die iranischen Sportler wüssten ohnehin, dass sie nicht gegen Israelis antreten dürften.

          Aus Protest gegen das Verbot hatte der iranische Weltklasse-Judoka Saeid Mollaei im vergangenen Jahr seine Heimat verlassen. Ende des Monats wird sich in Teheran das Ende Februar gewählte Parlament konstituieren, in dem die radikalen Hardliner eine erdrückende Mehrheit haben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der kenianische Oppositionsführer Raila Odinga am Dienstag  in Nairobi

          Odinga beklagt Manipulation : Streit um Wahlergebnis in Kenia

          Nach der Wahl in Kenia wirft der unterlegene Kandidat Raila Odinga dem Vorsitzenden der Wahlkommission Manipulation vor. Auch die Kommissionsmehrheit kritisiert eine „mathematischen Absurdität“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.