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IOC reagiert auf Vorfälle : Hitze-Chaos wirkt sich auf Olympia-Marathon aus

  • Aktualisiert am

Abkühlung beim Marathon: Volha Mazuronak (links) und Salome Rocha in Doha Bild: Reuters

Das IOC will die Athleten 2020 in Japan vor den hohen Temperaturen schützen und Konsequenzen ziehen. Bilder von Sportlern, die wie jüngst unter der Hitze zusammenbrechen, soll es nicht geben.

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          Unter der Hitze zusammenbrechende Marathonläufer wie zuletzt bei der Leichtathletik-WM in Qatar soll es bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr nicht geben. Das Internationale Olympische Komitee will die Wettbewerbe auf der längsten Laufstrecke und im Gehen von Tokio nach Sapporo verlegen, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch.

          Dies würde bedeuten, dass die Athleten deutlich geringere Temperaturen auszuhalten hätten. IOC-Präsident Thomas Bach betonte, dass die Gesundheit und das Wohlergehen der Sportler im Mittelpunkt stünden: „Die neuen, weitreichenden Ankündigungen, den Marathon und die Rennen der Geher zu verlegen, zeigen, wie ernst wir die Sorgen nehmen.“

          Im 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegenen Sapporo auf der Insel Hokkaido liegen die Tagestemperaturen im Hochsommer um fünf bis sechs Grad unter denen in Tokio, wo in der Zeit der Spiele (24. Juli bis 9. August) in der Regel Spitzenwerte von 35 Grad und mehr herrschen. Zudem ist die Luftfeuchtigkeit in der Ausrichterstadt der Winterspiele von 1972 deutlich geringer. Leichtathletik-Präsident Sebastian Coe teilte mit: „Wir werden mit dem IOC und dem Organisationskomitee Tokyo 2020 bei der Verlegung der Straßenrennen nach Sapporo weiter zusammenarbeiten.“

          Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften zuletzt in Qatar litten Marathonläufer und Geher unter den hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit, obwohl ihre Wettbewerbe tief in der Nacht stattfanden. Fernsehbilder von Langstrecklern, die völlig entkräftet aufgaben, gingen um die Welt. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, findet es „ein ermutigendes Signal, dass das IOC die jüngsten Erkenntnisse der Leichtathletik-WM  so schnell und konsequent aufgreift und im Sinne der Sportler entscheiden will“.

          Die mögliche Verlegung der olympischen Straßenrennen steht im Mittelpunkt einer Sondersitzung vom 30. Oktober bis 1. November in Tokio. Das IOC wird das Thema mit der Gastgeberstadt Tokio, mit dem Leichtathletik-Weltverband, den Nationalen Olympischen Komitees und den Fernsehanstalten diskutieren.

          Seit der Vergabe der Spiele in die japanische Hauptstadt 2013 haben sich IOC und Organisationskomitee mit dem Thema Hitze befasst. Während der Testwettkämpfe in den vergangenen Monate wurden viele Maßnahmen ausprobiert: beispielsweise mehr Schatten, Wassersprühanlagen und bessere Versorgungsmöglichkeiten mit Trinkwasser. Die ersten Spiele von Tokio fanden 1964 bei herbstlichen Temperaturen statt, die zweite Auflage wurde aber in die heißeste Phase des Jahres gelegt.

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