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F.A.Z. exklusiv : Bach reagiert mit „Erschrecken“ und „innerer Wut“

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„Der Schlussbericht hat Antworten auf viele Fragen gegeben, die im ersten Bericht noch offen waren“: IOC-Präsident Thomas Bach. Bild: Reuters

Der IOC-Präsident spricht erstmals in einem Interview über die umstrittenen Entscheidungen des Internationale Olympischen Komitees. Und er geht auf die Behauptung ein, er sei ein Freund Putins.

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          Thomas Bach hat die Qualität des Abschlussberichts von Richard McLaren zum russischen Staatsdoping gelobt. „Der Schlussbericht hat Antworten auf viele Fragen gegeben, die im ersten Bericht noch offen waren“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstag-Ausgabe / Ab 20.00 Uhr am Vortag im E-Paper und in der F.A.Z.-App). Bach, der sich erstmals in einem Interview zu den umstrittenen Entscheidungen des IOC äußerte, sprach nicht mehr, wie noch als Reaktion auf den ersten, vor den Olympischen Spielen in Rio veröffentlichten Bericht, von „Indizien“, sondern sagte, dass McLaren „Beweise“ vorgelegt habe.

          Mit „Erschrecken“ und „in Teilen auch innerer Wut“ habe er auf die Nachrichten vom russischen Dopingsystem reagiert. Bach räumte ein, dass die jüngsten Ereignisse die Glaubwürdigkeit der Doping-Bekämpfung beschädigt hätten. „Ja, die hat gelitten, das ist keine Frage.“ Gleichwohl verteidigte Bach die IOC-Entscheidung, Russland nicht von den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen zu haben. „unsere Verantwortung ist es, die sauberen Athleten international zu schützen, unabhängig von ihrer Herkunft." Menschen dürften nicht bestraft werden für ein System, für das sie nichts könnten.

          Bach drückte seine Sorge aus, dass Olympia in die Mühlen der globalen Machtpolitik geraten könne. „Es ist unser Bestreben, dies zu verhindern“, sagte er. Die Erwartungen, die Einheit der Olympischen Spiele zu bewahren, hätten vor Rio „zugegebenermaßen auch auf mir gelastet“. Bei einem Telefongespräch am vergangenen Donnerstag habe der zukünftige amerikanische Präsident Donald Trump dem IOC, im Bezug auf seine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, seine Unterstützung angeboten. Auf die Frage, ob er, wie häufig behauptet, ein Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei, antwortete der Jurist aus Tauberbischofsheim: „Solche Verschwörungstheorien sind offensichtlich eine weit verbreitete Erscheinung unserer Zeit.“

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