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Initiative gegen Corona : IOC kauft Impfstoff aus China

In Japan herrschen wegen der Virusgefahren mittlerweile erhebliche Vorbehalte gegenüber den Olympischen Spielen in Tokio. Bild: dpa

Das IOC ergreift in der Corona-Pandemie selbst die Initiative und wird aus China angebotene Impfdosen für die Teilnehmer kaufen. Der Deutsche Olympische Sportbund will die Option aber nicht nutzen.

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          Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ergreift selbst die Initiative, um möglichst viele Athleten vor den Olympischen und Paralympischen Spielen von 23. Juli an in Tokio und von Februar 2022 an in Peking gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Am zweiten Tag der 137. Vollversammlung erklärte IOC-Präsident Thomas Bach, das Chinesische Olympische Komitee habe angeboten, die nötigen Impfdosen zu liefern. Bach sagte, das IOC werde die Impfdosen kaufen und außerdem für jede an einen Olympiateilnehmer verabreichte Impfung zwei weitere Impfungen für das entsprechende Land bezahlen, sofern es dort Bedarf gebe. Um wie viele Dosen es sich handeln wird, sagte er nicht.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Es werde zwei Wege geben, über die Athleten, die das wollten, geimpft werden könnten. Entweder in ihrem Land, sofern dort der chinesische Impfstoff bereits zugelassen ist. Oder „über eine Zusammenarbeit mit internationalen Parteien“, sagte Bach. Damit wolle das IOC seine Solidarität mit dem japanischen Volk beweisen.

          Umfragen im Land hatten zuletzt ergeben, dass eine große Mehrzahl der Japaner eine Austragung der Spiele in Tokio ablehnt, weil sie eine Virus-Einschleppung befürchtet. In Japan wurde erst Mitte Februar mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Dort steht das Gesundheitspersonal an erster Stelle, danach kommen ältere Menschen von 65 Jahren an. Details des weiteren Vorgehens hat die japanische Regierung noch nicht bekanntgegeben.

          Dürfen Zuschauer nach Japan?

          „Eine erhebliche Zahl“ von Athleten sei bereits geimpft oder habe die Zusage dafür, sagte Bach. In Deutschland ist eine vorgezogene Impfung für potentielle Teilnehmer der Olympischen und Paralympischen Spiele bisher nicht vorgesehen. Der Deutsche Olympische Sportbund will das IOC-Angebot auch nicht nutzen, weil die chinesischen Impfstoffe in der EU noch nicht zugelassen sind. China beliefert bereits zahlreiche Entwicklungsländer mit seinen Vakzinen.

          Das IOC ermuntert schon seit Monaten alle Nationalen Olympischen Komitees, entsprechend der Regularien der jeweiligen Regierungen Impfungen anzustreben, und ermutigt auch die Athleten, sich impfen zu lassen. Witold Banka, der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), sagte am Donnerstag, dass eine Impfung gegen Sars-CoV-2 keinen negativen Einfluss auf Doping-Tests habe.

          Offen bleibt weiterhin die Frage, ob Japan ausländische Zuschauer zu den Olympischen Spielen ins Land lassen wird. Die Entscheidung, erklärte Toshiro Muto, der Generalsekretär des Organisationskomitees, werde wohl zum Beginn des Fackellaufs am 25. März getroffen. Sollte sie negativ ausfallen, würden Ticketkosten erstattet. Mit der Frage von Hotelbuchungen befasse man sich gerade.

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