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Initiative Profisport : Interessenvertretung mit 50 Millionen Fans

Das Millionenspiel: Fußball Bild: Wonge Bergmann

Die vier größten deutschen Profiligen haben die „Initiative Profisport Deutschland“ gegründet. Die Vertreter aus Fußball, Handball, Basketball und Eishockey wollen gegen digitale Piraterie kämpfen und den Wettmarkt neu ordnen.

          2 Min.

          Die vier größten deutschen Profiligen haben sich in Berlin zur Initiative Profisport zusammengeschlossen, um ihren politischen Einfluss zu steigern. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass der Profibetrieb kein Naturzustand ist, sondern Rahmenbedingungen braucht. Wir wollen den Dialog mit der Politik intensivieren“, sagte Christian Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga, bei der Vorstellung der Initiative, zu der auch die Interessenvertretungen der Basketball-Bundesliga, der Deutschen Eishockey Liga sowie der Handball-Bundesliga zählen. Seifert wurde zum Sprecher der Initiative gewählt. Als Stellvertreter, der jedes Jahr wechselt, fungiert Jan Pommer von der Basketball-Bundesliga.

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Initiative strebt vor allem die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Sportveranstalter an, um die gegenwärtige Rechtsunsicherheit, die teilweise nur unzureichend Schutz biete, zu beheben. Das bedeutet konkret, dass sich die Profiligen vor allem im Kampf gegen die digitale Piraterie sowie bei der Neuordnung des Wettmarkts positionieren wollen. „Ein Leistungsschutzrecht hilft, um der digitalen Ausbeutung vorzubeugen“, sagte Seifert. „Das ist elementar, wenn man das Geschäftsmodell der Profiligen erhalten will.“ Seifert bezeichnete die digitale Piraterie als ein „zunehmendes Problem auch der kleineren Ligen“. Je geringer die Chancen auf einem klassischen Sendeplatz im frei empfangbaren Fernsehen oder im Pay-TV seien, desto wichtiger werde der Schutz der Bilder im Internet.

          Jahresumsatz von 2,2 Milliarden Euro

          Pommer forderte für die Initiative Profisport ausdrücklich eine „Neuordnung des Wettbewerbs“ auf dem Wettmarkt. Wer fünf Euro auf seinen Verein setzen wolle, habe dazu in Deutschland keine legale und solide Möglichkeit. Schätzungen beziffern den Umfang der in Deutschland getätigten Sportwetten ohne rechtliche Grundlage auf rund zwei Milliarden Euro im Jahr, kritisierte die Initiative. „Die jetzige Situation hat nur Verlierer“, sagte Pommer. Der Profisport, die Konsumenten, die Wettanbieter und der Breitensport mit den Landessportbünden würden unter dem Wettmonopol leiden. Die Initiative Profisport könne dagegen ein „System anbieten mit erheblichen Anteilen für den Breitensport“. Zudem, so merkte Pommer an, habe „das geltende Monopol nicht geholfen, den Wettskandal zu verhindern“.

          Profis für Profis (v.l.): Gernot Tripcke (DEL), Christian Seifert (DFL), Jan Pommer (BBL) und Frank Bohmann (HBL)
          Profis für Profis (v.l.): Gernot Tripcke (DEL), Christian Seifert (DFL), Jan Pommer (BBL) und Frank Bohmann (HBL) : Bild: AP

          Die Initiative strebt zudem verlässliche und günstigere Rahmenbedingungen bei Steuern und Sozialversicherung vor allem mit Blick auf die Konkurrenz in Südeuropa an. Die Initiative beziffert den Jahresumsatz der Profiligen auf über 2,2 Milliarden Euro, sie umfasse 42.000 Arbeitsplätze und habe 50 Millionen Fans.

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