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Infantino und die Investoren : 25 Milliarden – oder Nebel?

  • -Aktualisiert am

Mega-Deal angedeutet: Fifa-Chef Gianni Infantino. Bild: dpa

Investoren wollen angeblich für immense Summen zwei Fußball-Turniere kaufen. Fifa-Präsident Infantino soll einen solchen Mega-Deal angedeutet haben. Oder ist es ein Ablenkungsmanöver?

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          Ein mysteriöses Angebot über 25 Milliarden Dollar zur Übernahme von zwei Fußballturnieren vom Internationalen Fußball-Verband (Fifa) sorgt für Unruhe in der Branche. Wie jetzt herauskam, hat der umstrittene Fifa-Präsident Gianni Infantino offenbar während einer Council-Sitzung der Weltorganisation Mitte vergangenen Monats in Bogotá den Funktionärskollegen einen solchen Mega-Deal angedeutet. Dies bestätigten Teilnehmer der Sitzung, die allerdings nicht genannt werden wollten, der F.A.Z. Demnach ginge es um Investoren aus Asien und dem Nahen Osten, die für diese hohe Summe offenbar Interesse am Kauf der Rechte für die jährliche Klub-WM sowie einer neuen Global Nations League für Nationalmannschaften gezeigt hätten. Auch die „New York Times“ hat darüber berichtet. Das Thema machte ebenfalls in der europäischen Klubvereinigung die Runde.

          Wie diese Zeitung erfahren hat, nannte Infantino während der Zusammenkunft keine weiteren Details. Wie gegenüber den Funktionären angekündigt wurde, sollte dazu in der Fifa-Administration ein Informationspapier aufgesetzt werden. Die Mitglieder des Fifa-Councils haben bisher aber nichts erhalten. So bleibt es bei den vagen Hinweisen Infantinos. Mancher Funktionär fragt sich deshalb, ob es überhaupt ein solches Angebot gibt.

          Möglicherweise hat der Präsident damit nur eine Nebelkerze gezündet, um von Problemen abzulenken oder andere Ziele zu erreichen. Der Deutsche Fußball-Bund, dessen Präsident Reinhard Grindel im Fifa-Gremium sitzt und in Bogotá anwesend war, lehnte eine Stellungnahme ab. Bisher hat die Fifa noch nie die Kontrolle über eigene Veranstaltungen abgegeben. Wie diese Zeitung Anfang März herausfand, arbeiten Fifa und der europäische Verband (Uefa) derzeit für 2021 an einer globalen Version der Nations League, an der Nationalteams von allen sechs Kontinentalverbänden teilnehmen sollen. Auch die Fifa reagierte am Dienstag nicht auf eine Anfrage.

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