https://www.faz.net/-gtl-8emry

IAAF-Entscheidung : Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

„Unser Job ist es nicht, so viele Athleten wie möglich zu den Olympischen Spielen zu schicken, sondern dafür zu sorgen, dass diejenigen, die fahren, sauber sind“: Sebastian Coe. Bild: dpa

Seit November ist Russlands Leichtathletik-Verband von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen – und bleibt es auch. Eine Hintertür für die Olympia-Teilnahme in Rio gibt es aber noch.

          Den russischen Leichtathleten droht weiterhin der Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio des Janeiro. Ihr Verband müsse sich mit dem systematischen Doping der Vergangenheit auseinandersetzen und die Notwendigkeit der Erneuerung einsehen, sagte der Norweger Rune Andersen, der als Leiter einer Task Force dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF) eine Empfehlung über den weiteren Ausschluss oder die Wiederzulassen geben soll.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Seit November ist der russische Verband von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Die Russen müssten ihre Kultur des Dopings ändern, sagte Andersen auf einer Pressekonferenz am Freitagabend in Monaco. Ihr war eine zweitägige Tagung des IAAF-Councils vorausgegangen. Andersen zitierte den russischen Sportminister Witali Mutko, den er in Russland traf, mit der Prognose, dies könne Jahre dauern.

          Andersen, Anti-Doping-Experte mit langjähriger Erfahrung, sagte, die Russen müssten Natur und Dimension des Dopings einsehen. Eine unabhängige Ermittlungsgruppe der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hatte das staatlich unterstützte Doping in einem Bericht im November vergangenen Jahres festgestellt. Daraufhin wurden der Leichtathletik-Verband und die Doping-Kontrolleinrichtungen Russlands suspendiert.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Er sei betroffen, sagte Andersen, dass ein gesperrter Trainer weiterhin in Russland aktiv sei und ein anderer offenbar mit Doping-Mitteln handele. Darüber hat am Wochenende der Westdeutsche Rundfunk berichtet, der mit einer Reportage im Dezember 2014 den Anstoß zu den Ermittlungen gab. Diese entlarvten systematisches Doping in Russland und Korruption an der Spitze der IAAF. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei die Rückkehr der Russen in den Weltverband nicht möglich, sagte Andersen.

          Darüber hinaus forderte Sebastian Coe, der Präsident der IAAF, Äthiopien und Marokko zur Schaffung von Strukturen für Doping-Kontrollen auf; dies sei sehr dringend. Kenia, die Ukraine und Weißrussland stufte er als kritisch ein. Alle fünf Länder bedürften einer Stärkung der Doping-Bekämpfung. Coe machte deutlich, dass die Sportlerinnen und Sportler dieser Länder keine Sanktionen, gar den Ausschluss von den Spielen zu befürchten haben. „Unser Job ist es nicht, so viele Athleten wie möglich zu den Olympischen Spielen zu schicken“, sagte er gleichwohl, „sondern dafür zu sorgen, dass diejenigen, die fahren, sauber sind.“

          Bis zum nächsten internationalen Start müssen Russlands Leichtathleten noch warten.

          Über die Startberechtigung russischer Leichtathleten in Rio will das Council im Mai entscheiden. Bis dann ist die Task Force auch zu klären beauftragt, ob und wie Julia Stepanowa der Start in Rio zu ermöglichen ist. Die russische Läuferin, selbst gedopt, hatte sich als Kronzeugin zur Verfügung gestellt und Film und Tonaufnahmen von dopenden Trainern und Athleten geliefert. Sie und ihre Familie haben Russland verlassen. Für Ende des Jahres kündigte Coe eine Vollversammlung zur Reform seines Verbandes an. Die IAAF solle ein Leuchtturm für andere Verbände werden.

          Weitere Themen

          Keine Mammut-WM in Qatar Video-Seite öffnen

          Nur 32 statt 48 Teams : Keine Mammut-WM in Qatar

          Wie die Fifa bekannt gab werden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Qatar genau so viele Teams wie in den letzten Jahren antreten. Zuvor hieß es, die Anzahl an teilnehmenden Nation sollte auf 48 Mannschaften aufgestockt werden.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          DFB-Pokalfinale im Liveticker : Neuer hält die Bayern im Spiel

          Mitten in der stärksten Leipziger Phase trifft Robert Lewandowski spektakulär zum 1:0. Doch RB kommt mutig aus der Kabine. Münchens Torhüter reagiert gleich zweimal glänzend. Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.