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Hessens Innenminister Beuth : „Der Athlet muss ein Auskommen haben“

Peter Beuth, hier beim Weltcup-Skispringen in Willingen, kennt sich auf vielen Spielfeldern aus. Bild: Imago

Peter Beuth ist ein Mann des Sports. Der hessische Innenminister spricht im F.A.Z.-Interview über die Förderung der Spitzensportler im Land, austrocknende Schwimmbäder und Polizeikosten.

          5 Min.

          Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth plädiert für mehr staatliche Hilfe bei der Absicherung von Spitzensportlern, für die Freiheit bei der Wahl des Trainingsortes und für eine deutsche Olympia- Bewerbung: „Um denen vom IOC zu zeigen, dass es unter demokratischen Regeln funktionieren kann.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Wie der Bund hat auch Hessen eine Leistungssport-Reform auf Band gelegt. Aber für den Leistungssport in Gesamtdeutschland ist doch der Bundesinnenminister zuständig. Warum machen Sie seine Arbeit?

          Weil es überall Schnittpunkte gibt. Wir sind zwar vorwiegend für den Nachwuchsleistungssport zuständig. Aber wir bieten Spitzensportlern auch Stellen in der Polizei und in der Verwaltung. Es gibt einige Punkte, wo die Förderung des Landes für den Spitzensport nötig ist. Das betrifft auch bestimmte Sportstätten. Wir wollen uns im engen Dialog mit Athleten und Verbänden besser aufstellen.

          In dem Konzept von Landesregierung und Landessportbund soll der Athlet im Mittelpunkt stehen, wie Funktionäre gerne beteuern. Tut er das?

          Ja. Wenn wir erfolgreiche Athleten haben wollen, dann müssen sie sich in ihrer Rolle als Leistungssportler einigermaßen wohl fühlen können. Man muss so ein Konzept also aus ihrer Perspektive betrachten, nicht so sehr aus der von Funktionären. Die Athleten und auch ihre Trainer müssen eingebunden werden. Das ist geschehen. In enger Zusammenarbeit mit dem Sport sind die Fragen der Versorgung geklärt worden. Das ist der „Hessische Weg“. Dann müssen Athleten auch keinen eigenen Verein gründen.

          Sie spielen an auf die Bemühungen der Athletenkommission im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), unabhängig vom Dachverband zu werden . . .

          . . . zumindest unterscheidet sich der Partizipationsprozess von dem, wie er auf Bundesebene angegangen wurde.

          Und was bedeutet das konkret für die Athleten?

          Die Prinzipien der Spitzensportreform im Bund sind akzeptabel. Aber wir müssen Sorge dafür tragen, dass hinreichend finanzielle Mittel ins System hineinfließen, falls es funktionieren soll. Ich trete nicht für eine allgemeine vollständige Staatsfinanzierung ein. Eine gute Absicherung der Athleten sollte uns aber vor allem anderen wichtig sein. Es gibt viele Spitzensportler, die sich 365 Tage im Jahr quälen, obwohl es ihnen an wesentlichen Grundlagen fehlt.

          An welchen?

          Wie ist die Absicherung im Alltag? Werden wenigstens Rentenbeiträge übernommen? Der Athlet sollte sich keine Gedanken über seine Krankenversicherung machen müssen, wenn kein anderes System da ist. Das sind essentielle Dinge, die wir besser beachten müssen, als es in der Vergangenheit für einen Teil der Athleten der Fall war.

          Hessen ermöglicht gegenwärtig mehr als 50 Spitzensportlern eine duale Karriere. Sie können ihrem Spitzensport nachgehen und sich parallel zum Polizeibeamten ausbilden lassen. Werden Sie die Zahl der Stellen ausbauen?

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