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Rücktritt von Bundestrainer : Deutscher Schwimm-Verband in großer Not

„So sollte es nicht sein und so möchte ich nicht weitermachen“: Henning Lambertz. Bild: dpa

Erst trat mit Gabi Dörries die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes zurück. Nun geht überraschend auch der Bundestrainer. Henning Lambertz gibt seinen Posten zum Jahresende auf.

          Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) steht nun auch ohne Cheftrainer da. Henning Lambertz erklärte am Donnerstag nach sechs Jahren überraschend seinen Rücktritt. In einer Pressemitteilung des Verbandes begründete Lambertz seinen Schritt damit, dass er bislang zu wenig Zeit für seine kleinen Töchter gefunden habe – und mit dem Rücktritt von Gabi Dörries als DSV-Präsidentin vor zwei Wochen.

          „Letztlich war der Rücktritt von Gabi Dörries der Moment, der mich in meiner Entscheidung nochmals bestärkt hat“, heißt es in der Erklärung. Dörries hatte auf dem DSV-Verbandstag keine Mehrheit für eine Beitragserhöhung bekommen und war deshalb zurückgetreten. Dörries habe ihm in den vergangenen Jahren immer als Freundin und Mentorin zur Seite gestanden, erklärte Lambertz. „Mit ihr zusammen habe ich sehr viele Visionen verfolgt, die ich mir ohne sie nicht weiter vorstellen kann.“

          Sportlicher Höhepunkt der Amtszeit von Lambertz war der Sieg von Marco Koch über 200 Meter Brust bei der Weltmeisterschaft 2015. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verliefen allerdings ohne Medaille äußerst enttäuschend, bei der WM 2017 in Budapest kamen 14 deutsche Beckenschwimmer in acht Tagen auf fünf Finalteilnahmen, weniger denn je bei einer WM. Lambertz wurde anschließend für sein Kraftkonzept und kompromisslos vorgetragene Vorgaben kritisiert.

          Im Vorfeld der Europameisterschaft in diesem Jahr gab sich Lambertz konzilianter, in Glasgow gewannen die deutschen Beckenschwimmer insgesamt acht Medaillen, darunter die EM-Titel für Florian Wellbrock über 1500 Meter und die gemischte 200-Meter-Freistilstaffel. Den eingeleiteten Generationswechsel wird Lambertz nun nicht weiter begleiten. DSV-Sportdirektor Kurschilgen kündigte an, dass es bis zu den Olympischen Spielen in Tokio keine Neubesetzung des Cheftrainerpostens geben werde. Die Aufgaben sollen in einem „Trainer- und Expertenteam auf mehrere Schultern verteilt“ werden.

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