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Heiner Geißler über Helikopter-Skifahren : „Das ist eine Sauerei“

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Der Berg ruft, Geißler reagiert: 1995 beim Klettern in Dahn Bild: picture-alliance / dpa

Im Interview mit der Sonntagszeitung greift Heiner Geißler nicht nur IOC und Fifa an. Auch kritisiert der begeisterte Bergsteiger die auf Wintersport fixierte Abenteuer-Industrie scharf. Zudem beklagt er die Vernachlässigung des Schulsports.

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          Der frühere Generalsekretär der CDU und begeisterte Bergsteiger Heiner Geißler hat die auf Wintersport fixierte Abenteuer-Industrie scharf kritisiert: „Wer unberührte Hänge hinunterfahren will, soll gefälligst den Berg hochlaufen und nicht die Luft mit einem Helikopter verpesten. Das können sich nur reiche Leute leisten, die instrumentalisieren die Natur für ihr Vergnügen. Das ist eine Sauerei“, sagte Geißler der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

          Der 83 Jahre alte Jurist aus Oberndorfer am Neckar lehnt die kommerziellen Führungen auf den Gipfel des Mount Everest, wie sie von zahlreichen Unternehmen, aber auch von einem Unternehmen des Deutschen Alpenvereins angeboten werden, ab: „Richtige Bergsteiger gehen dort nicht mehr hin. Leute werden mit Sauerstoff vollgepumpt und praktisch hochgetragen, das ist reiner Kommerz. Das kann man nicht akzeptieren.“

          Geißler, in der Ära Kohl auch Familienminister, sprach sich dafür aus, den Beschluss des Deutschen Alpenvereins, keine neuen Skigebiete mehr erschließen zu lassen, zu unterstützen. „Das wird im Wesentlichen eingehalten, aber es wird noch viel getrickst. Damit muss Schluss sein. Es reicht. Früher war es richtig, die Berge zu erschließen, davon haben arme Berggemeinden profitiert. Heute sind die darauf nicht mehr angewiesen, stattdessen verdienen Unternehmen auf Kosten der Natur viel Geld.“

          Geißler, der noch „regelmäßig“ klettert, mit Vorliebe in die Dolomiten oder in der Südpfalz, hält das Bergsteigen für einen besonderen Hochleistungssport, „der den ganzen Menschen fordert“: „In der Regel klettert man in einer wunderschönen Umgebung, damit ist auch etwas Ästhetisches, Künstlerisches verbunden. Man muss die Technik beherrschen, braucht aber auch ganz starke charakterliche Eigenschaften. Zusätzlich muss man das Wetter beurteilen, Karten, Kompasse, Wetterkarten lesen können, sich mit Sonne, Mond und Sternen auskennen. Das ist ein Allroundsport, der schöner gar nicht sein könnte.“

          „Das darf von der Politik nicht akzeptiert werden“

          In der Diskussion um die gesellschaftliche Bedeutung des Spitzensports unterstützt der ehemalige Spitzenpolitiker den organisierten Sport. „Wir feiern auch Leistungen von Dichtern und Denkern und verleihen unzählige Buchpreise. Gut so, aber Spitzenleistungen im Sport sollten genauso gewürdigt werden. Ein erfolgreicher Sportler muss kreativ und innovativ sein“, sagte Geißler auf die Frage, ob der Gewinn von Medaillen wichtig sei.

          Er forderte gleichzeitig seine aktiven Kollegen auf, auch mit Blick auf den Sport eine bessere Bildungspolitik durchzusetzen: „In der Schule werden kreative Fächer, zu denen ich auch den Sport zähle, immer mehr vernachlässigt, weil die jungen Leute so früh wie möglich auf finanzielle Leistung gepolt und in den Dienst der Wirtschaft gestellt werden sollen. Das darf von der Politik nicht akzeptiert werden“, sagte Geißler in der F.A.S.

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