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Harting kritisiert Gauck : „Das ist das falsche Signal“

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Robert Harting: Der Sportler des Jahres will Refomkurs fortsetzen Bild: AFP

Den Verzicht von Bundespräsident Gauck auf eine Reise zu den Olympischen Spielen nach Sotschi sieht Deutschlands Sportler des Jahres kritisch. Die Absage sei „halt auch ein Zeichen“, meint Harting.

          Diskus-Weltmeister Robert Harting sieht den Verzicht von Bundespräsident Joachim Gauck auf eine Reise im Februar zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi kritisch. Die Absage sei „halt auch ein Zeichen“, sagte der Neunundzwanzigjährige am Rande der Wahl der „Sportler des Jahres“ am Sonntagabend in Baden-Baden.

          Harting führte als Beispiel die Besuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an, wodurch der Öffentlichkeit vermittelt werde, welche Veranstaltung angeblich wichtig sei. „Das ist das falsche Signal“, bewertete Harting nun Gaucks Verzicht. Das Bundespräsidialamt hatte vor einer Woche bestätigt, dass Gauck nicht nach Sotschi fahren werde. Gründe wurden nicht genannt. Gauck hat rechtsstaatliche Defizite in Russland und eine Behinderung kritischer Medien mehrmals angeprangert. Menschenrechtler hatten die Entscheidung begrüßt.

          Harting war schon 2012 zum „Sportler des Jahres“ gewählt worden, erstmals seit dem früheren Tennisstar Boris Becker 1990 konnte damit ein Athlet seine Ehrung verteidigen. Harting denkt schon wieder voraus: „Ich werde versuchen, Deutschland zu reformieren, sportlicherseits“, sagte er. Die Auszeichnung gebe ihm „sehr, sehr viel Selbstvertrauen“, sagte Harting weiter. „Der Preis bestätigt mich, gegen Ungerechtes zu kämpfen.“ Dazu zählt er die teils unzureichende Förderung von Sportlern. Und dazu will Harting am Dienstag den Lizenzantrag zur geplanten Sportlotterie einreichen. Neben Harting wurden Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll zur „Sportlerin des Jahres“ und der FC Bayern München zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt.

          Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wurde national lediglich Zweiter bei der Wahl, während ihn der britische Fernsehsender BBC als „Internationalen Sportler des Jahres“ ausgezeichnet hat. Der 26 Jahre alte Heppenheimer trat mit dem Gewinn die Nachfolge von Sprint-Superstar Usain Bolt aus Jamaika an. Neben Bolt gewannen auch schon die Tennis-Stars Novak Djokovic und Roger Federer den Preis. Red-Bull-Pilot Vettel hatte in diesem Jahr vorzeitig seinen vierten Formel-1-Titelgewinn in Serie perfekt gemacht. Nur Juan Manuel Fangio (5) und Rekordchampion Michael Schumacher (7) kommen auf mehr WM-Triumphe.

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