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Leichtathletik : Harte Auseinandersetzung beim DLV endet teuer

Jürgen Kessing (links), Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands, und sein Vorgänger Clemens Prokop 2017. Bild: dpa

Der Generaldirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbands, Michael Lameli, ist nach nur zwei Jahren gegangen. Diese Personalie bekommt den DLV nun offenbar teuer zu stehen.

          Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sei nicht in finanziellen Schwierigkeiten, sagt dessen Präsident Jürgen Kessing. Er wollte allerdings weder bestreiten noch bestätigen, dass für den laufenden Betrieb Rücklagen der Organisation angegriffen werden. Kessing, im Hauptberuf Bürgermeister von Bietigheim-Bissingen zwischen Heilbronn und Stuttgart, und der DLV haben sich nach nur zwei Jahren vom ersten Mann der Verwaltung, Generaldirektor Michael Lameli, getrennt. Dessen Bestallung durch den von den Landesverbänden dominierten Verbandsrat hatte zum Rückzug des langjährigen DLV-Präsidenten Clemens Prokop geführt.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Lameli, in Bayreuth ausgebildeter Sportökonom, war Geschäftsführer des Berliner Fußballverbandes, bevor er im Januar 2017 die Nachfolge von Frank Hensel in Darmstadt antrat, der den DLV neunzehn Jahre lang hauptamtlich geführt hatte. Sein Vertrag hatte eine Laufzeit von fünf Jahren. Die nun fällige Abfindung, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart ist, belastet den Verband und dessen Jahresbudget von knapp zehn Millionen Euro über Gebühr. Lameli fehlte im DLV bereits einige Monate vor Jahresende; zunächst wegen Krankheit, dann war er freigestellt.

          Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport, übernimmt, wie Kessing sagt, zusätzlich zu seinem Amt Aufgaben des Generaldirektors. Der DLV-Präsident bestreitet, dass Gonschinska die Doppelfunktion aus finanziellen Gründen ausüben muss. „Dies ist eine ganz normale Entwicklung“, sagte er. „Wir befinden uns mitten in einer Spitzensport-Reform und werden die Aufgaben in den kommenden ein, zwei Jahren neu abstecken.“ Keine der beiden Stellen ist öffentlich ausgeschrieben.

          Die Berufung von Lameli stand 2016 am Ende einer bitteren Auseinandersetzung in der Führung des Verbandes. Eine knappe Mehrheit der Landesverbandspräsidenten lehnte den vom damaligen Präsidenten Prokop bevorzugten Kandidaten ab und setzte in einer Kampfabstimmung die Berufung Lamelis durch. Prokop verzichtete daraufhin 2017, nach 16 Jahren im Amt, auf die Kandidatur für eine fünfte Amtszeit. Er war am Montag nicht zu erreichen.

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