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Theologe Hans Küng : Fromme Wünsche

  • -Aktualisiert am

Hans Küng (1928-2021) Bild: Wolfgang Eilmes

Der verstorbene Theologe Hans Küng war ein Sportfreund. Kein Verständnis aber hatte er für die Behauptung vieler Männer, mehr, als man im Fußball über das Zwischenmenschliche lerne, brauche man nicht.

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          Der katholische Theologe Hans Küng, der diese Woche gestorben ist, empfing Besucher in seinem Tübinger Institut im Trainingsanzug. Auch sonst war er sportlich, als Schweizer fuhr er Ski. Wobei ihm klar war: „Auch Skifahrer sind keine Engel, obwohl sie hin und wieder fliegen.“

          Auch sonst dachte er über Themen des Sports nach, der ihm ein Musterbeispiel war für ein System, das sich feste, sinnvolle Regeln gegeben hat – wobei ihm klar war, dass deren Einhaltung oft ein frommer Wunsch bleibt.

          Kein Verständnis hatte er für die Behauptung vieler Männer, ihre Sozialisation habe auf dem Fußballplatz stattgefunden, und mehr, als man dort über das Zwischenmenschliche lerne, brauche man nicht.

          „Ja also“, sagte er vor 15 Jahren in einem Interview, „ich glaube, dass viele Menschen heute, egal ob sie für Angela Merkel gestimmt haben oder nicht, es als außerordentlich wohltuend empfinden, dass jetzt in der deutschen Regierung sachlich, freundlich und doch bestimmt geredet wird und ein machohaftes, starhaftes Auftreten von Spitzenpolitikern nicht mehr hoch im Kurs steht.“ Kleine Pause. „Ob solch ein Verhalten vom Fußball kommt, weiß ich nicht.“

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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