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Hamburg oder Berlin : Die olympische Frage

  • -Aktualisiert am

Kann denn Berlin überhaupt BER? Bild: dpa

Berlin und Hamburg müssen Zweifel an ihrer Kompetenz zur Umsetzung von Großprojekten ausräumen. Und aus Lausanne steht auch eine wichtige Antwort aus: Kann das IOC überhaupt noch Olympia?

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          Berlin kann Olympia, behauptet der Regierende Bürgermeister. Kann denn Berlin überhaupt BER? Angesprochen auf das von Millionenschäden zu Milliardenkosten taumelnde Großprojekt Flughafen verwies Klaus Wowereit, als er die neuesten Berliner Olympiapläne vorstellte, nonchalant auf die Elbphilharmonie in Hamburg.

          Auch der Erste Bürgermeister Olaf Scholz, zur selben Zeit in der selben Mission für die Hansestadt aktiv, musste die Frage nach dem berühmtesten Millionengrab der Stadt beantworten. Er verwies auf einen seiner Vorgänger.

          Nicht nur die Sportverbände überzeugen

          Berlin und Hamburg müssen einige Zweifel an ihrer Kompetenz zur Umsetzung von olympischen Großprojekten ausräumen. Schließlich wollen nicht nur die Delegierten der Sportverbände von dieser oder jener Stadt überzeugt werden. Vielmehr gilt es diejenigen einzunehmen für Olympia, die mit ihren Steuergroschen einstehen für all die teure Inkompetenz.

          Berlin schlägt das Recycling des Olympiastadions von 1936 und überhaupt bescheidene Spiele vor. Kern der Strategie ist die kostengünstige Wiederbelebung des Olympischen Geistes von Friede, Freude, Völkerverständigung. Wer misstrauisch ist, sieht in der versprochenen Beteiligung von ehrenamtlichen Helfern den Versuch, die schweigende Mehrheit der Vereinssportler – gut 600.000 in Berlin – für die Abstimmung zu aktivieren.

          Gewagte Kalkulationen

          Der Spaß soll insgesamt nur zwei Milliarden Euro kosten. Für praktisch den gleichen Preis, 2,2 Milliarden, verspricht Hamburg einen neuen Stadtteil mit Olympiastadion, weitläufigem Park, Tausenden Wohnungen und Bahnanschluss auf der Elbinsel Grasbrook. Der Kalkulation solcher Kosten mag trauen, wer will. Sie werden letztlich aber auch nicht entscheidend sein für Olympia in Berlin oder Hamburg.

          Vermutlich noch pointierter als bei der Ablehnung von Winterspielen in München werden die Bürger an Spree und Elbe den Daumen heben oder senken zur Überzeugungskraft der Reformen, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) und sein Präsident Thomas Bach angehen wollen.

          Der Sport wird an zwei Fronten kämpfen müssen; einerseits die Olympier zur Modernisierung antreiben, andererseits die Bürger davon überzeugen, dass der feine Klub aus Lausanne der legitime Sachwalter des Olympischen Gedankens ist. Wie auch immer die Frage beim Bürgerentscheid formuliert werden wird, in Wirklichkeit lautet sie: Kann das IOC überhaupt noch Olympia?

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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