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Kasper kritisiert Fifa : Angriff auf die „Götter“

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Ski-Präsident Kasper und OK-Chefin der WM in Vail, Ceil Folz: „Die Fifa hat noch nie auf jemanden gehört“ Bild: dpa

Für Blatter und seine Mitstreiter sei „der Wintersport nicht existent“, klagt Skiverbands-Präsident Kasper über Gedankenspiele der Fifa, die Fußball-WM 2022 in den Winter zu verlegen.

          Gian Franco Kasper, Chef des Skiweltverbandes (Fis), hat während der Ski-Weltmeisterschaften scharfe Kritik am Internationalen Fußballverband (Fifa) und dessen Präsidenten Joseph Blatter geübt. Für Blatter und seine Mitstreiter beim Weltverband sei „der Wintersport nicht existent“, klagte Kasper. Er spielte vor allem auf die Überlegungen der Fifa an, die nach Qatar vergebene Weltmeisterschaft 2022 in den Winter zu verlegen. Einwände gegen diese Idee blieben vom Fußball ungehört. „Die Fifa hat noch nie auf jemanden gehört. Der Fußball ist nun mal so stark“, sagte der aus der Schweiz stammende Kasper in Beaver Creek.

          Verlegte die Fifa ihre Weltmeisterschaft in sieben Jahren tatsächlich in den Februar, käme es zu einer zeitlichen Kollision mit den Olympischen Winterspielen. Das aber, so Kasper, sei der Fifa egal. „Als die Sache mit Qatar das erste Mal aufkam, habe ich sofort im Namen aller Wintersportverbände an Herrn Blatter geschrieben. Ziemlich scharf auch, um ehrlich zu sein. Die Reaktion? Gleich null“, sagte der Fis-Chef. „Die Fifa denkt, dass sie Götter sind, und handelt auch dementsprechend. Die kümmern sich um gar nichts“, haderte Kasper. „Wenn es jetzt November oder Dezember wird, dann können wir – nicht gern, aber doch – damit leben.“

          Ein neuer Fifa-Präsident würde nicht viel an der Ausgangslage ändern, glaubt Kasper. Nicht Blatter als Person sei das Problem, sondern die Macht des Fußballs im Allgemeinen. „Ich weiß nicht, ob er es ist“, sagte Kasper und machte in erster Linie Blatters „Gruppe, seinen Vorstand“ verantwortlich. Einziger Ausweg wäre, „die Landsleute von Herrn Blatter daran zu erinnern, dass er den Wintersport kaputt macht“.

          Kasper ging auch auf die von IOC-Präsident Thomas Bach angekündigten Reformen bei der Vergabe künftiger Olympischer Spiele ein. „Ob das den Gigantismus zurückholt, das bezweifele ich. Es wird eher noch größer, weil man zusätzliche Städte mit einbaut“, sagte er. „Das wird eine gefährliche Gratwanderung, das durchzusetzen“, so Kasper. Generell sei bei Olympia „viel einzusparen“, urteilte der Schweizer und forderte: „Alles, was nice to have ist, muss man vergessen.“

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