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Reformen angekündigt : Schweres Erbe im Gewichtheben

Jetzt müssen die Gewichtheber Reformen stemmen: Tamas Ajan, hier 2014, ist nicht mehr IWF-Präsident. Bild: dpa

Das internationale Gewichtheben befindet sich in einem verheerenden Zustand. Das hat auch mit dem früheren Präsidenten Tamas Ajan zu tun. Nun aber kündigt der Weltverband Veränderungen an.

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          Der Gewichtheber-Weltverband (IWF) will sich innerhalb von weniger als einem Jahr umfassend reformieren. Der Vorstand des Weltverbandes, dem nach 44 Jahren mit dem Ungarn Tamas Ajan in Spitzenpositionen ein verheerender Zustand attestiert wurde, hat beschlossen, im Januar 2021 in Lausanne einen Kongress abzuhalten, bei dem Wahlen stattfinden und eine neue Verfassung verabschiedet werden sollen. Dies kündigte die IWF auf ihrer Homepage an.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Bei dem Kongress soll auch ein neuer Präsident gewählt werden – seit Ajans Suspendierung hat die Amerikanerin Ursula Papandrea als Interims-Präsidentin die Geschäfte übernommen. An der Vorstandssitzung nahmen auch Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Internationalen Test-Agentur (ITA) teil.

          Ajan hatte zunächst das Amt des IWF-Generalsekretärs inne, seit dem Jahr 2000 war er Präsident. Der kanadische Jurist Richard McLaren hatte in einem am 4. Juni publizierten Report Belege dafür präsentiert, dass während Ajans Regime Korruption herrschte, Finanzen und Wahlen manipuliert und Doping-Fälle vertuscht und verzögert wurden und dass es im Zeitraum zwischen 2009 und 2019 für mehr als neun Millionen Euro keine Abrechnungen gebe. Ajan bestritt die Vorwürfe. Inzwischen wurden Anwälte damit beauftragt, seine Ehrenmitgliedschaft zu untersuchen. McLaren empfahl den Gewichthebern, eine Verfassung zu entwickeln, die „einem effizienten Weltverband des 21. Jahrhunderts angemessen“ sei.

          Der IWF-Vorstand – dessen Mitglieder zum Teil selbst auf Listen standen, die Ajan zur Grundlage von Wahlmanipulationen dienten – beschloss, mit dem Neuaufbau der Verfassung eine „Reform- und Governance-Kommission“ zu beauftragen, der auch zwei unabhängige Mitglieder angehören sollen. Orientierung sollen Experten aus den Dachorganisationen der Sport-Weltverbände geben. Eine „Unabhängige Integritäts-Kommission“ soll außerdem die Aktionen der IWF überwachen, wenn es um Fragen der Finanzen, Anti-Doping, des Wahlprozederes oder der guten Geschäftsführung geht. Die IWF sei „auf dem Weg der Besserung“, sagte Papandrea.

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