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Geld für DOSB und Co. : 42 Millionen mehr für den Sport

Unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund darf sich über mehr Geld in den kommenden zwei Jahren freuen. Bild: dpa

Der Bundestag macht weniger Geld locker als erhofft, erfüllt dem Sport dabei aber sogar Wünsche, die der gar nicht auf der Liste hatte. Immerhin: Für die Special Olympics deutet sich ein Geldsegen an.

          Gut 65 Millionen Euro mehr für den Sport – das ist die gute, fast schon sensationelle Nachricht, die am Donnerstagabend aus der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages drang. Indes: Sie ist nicht korrekt. Die Spitzensportförderung des Innenministeriums steigt im kommenden Jahr voraussichtlich auf rund 235 Millionen Euro. Das sind 42 Millionen Euro mehr als 2018, immer noch ein beachtlicher Brocken. Doch selbst mit dieser Summe erfüllen die Abgeordneten nicht alle Wünsche des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die dieser als „Mehrbedarfe“ für die Umsetzung der seit vier Jahren betriebenen Spitzensportreform gefordert hatten. Die Haushälter erfüllten dem Sport stattdessen Wünsche, die der DOSB gar nicht formuliert hatte.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

           „Viele werden sich freuen“, sagte der SPD-Abgeordnete Martin Gerster, im Haushaltsausschuss zuständig für den Sport. Darin klingt an, dass es nicht alle sein dürften. Laut dem Sportpolitiker Frank Steffel von der CDU stehen für Zentrale Maßnahmen des Sports im kommenden Jahr knapp 53 Millionen Euro mehr zur Verfügung. In wie weit sich daraus der Bedarf decken lässt, den der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) für die Schaffung von mehr als 370 Stellen für rund 30 Millionen Euro angemeldet hatte, wird erst der detaillierte Etatentwurf zeigen. Von den erwarteten 17,3 Millionen mehr für die olympischen Spitzenverbände und deren Trainer sollen immerhin 15 Millionen Euro bewilligt sein. Die Ausstattung der Olympiastützpunkte sollte für 5,3 Millionen Euro verbessert werden. Über zwei Jahre betrachtet, von Anfang 2018 bis Ende 2019, ergibt sich ein Aufwuchs von 65 Millionen Euro; enthalten sind das Plus von 23 Millionen Euro, das die Haushälter dem Sport im Juni 2018 gewährten, und eine Steigerung um 10 Millionen Euro, die im Etatentwurf 2019 des Finanzministerium vom August enthalten ist. 

          Für die Veranstaltung der Special Olympics für Sportlerinnen und Sportler mit geistiger und mehrfacher Behinderung im Jahr 2023 in Berlin stellt der Bund unerwartet über sechs Jahre 35 Millionen Euro bereit. „Wir wollen Rückenwind für die Bewerbung produzieren“, sagte Gerster. Der deutsche Verband bewirbt sich mit Berlin um die Veranstaltung, Mitbewerber ist Moskau. Gibt der Weltverband am Dienstag nächster Woche Berlin den Zuschlag, beginnt die Vorbereitung im kommenden Jahr mit 360.000 Euro aus der Staatskasse.

          Auch zur Modernisierung der Sprungschanzen und weiteren Anlagen für die nordische Ski-Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf werden erhebliche Mittel bereitgestellt. Innerhalb der nächsten drei Jahre sind 17 Millionen Euro vorgesehen. Zur Vorbereitung des Internationalen Deutschen Turnfestes in Leipzig 2021 steht im kommenden Jahr eine Million Euro bereit.

          Der paralympische Sport wird auch 2019 mit verstärkter Förderung rechnen können. Zusätzlich zu einem Plus von 2,7 Millionen Euro sollen sportmedizinische Schwerpunktzentren für paralympische Sportler eingerichtet werden; innerhalb von drei Jahren werden dafür 1,4 Millionen Euro bereitgestellt.

          Für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Strategie für die Akquise von sportlichen Großveranstaltungen wird dem Innenministerium im kommenden Jahr eine Million Euro zur Verfügung stehen; wahrscheinlich soll das Projekt ausgeschrieben werden. Athleten Deutschland, der Verein zur Vertretung der Top-Athleten, erhält für den Unterhalt einer Geschäftsstelle 450.000 Euro.

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