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Schach-Legende Garri Kasparow : „Verwehren wir Putin Bestätigung und Ruhm“

  • -Aktualisiert am

Nach der Enthüllung des Doping-Skandals hätte man Russland die WM entziehen sollen, meint Garri Kasparow. Bild: dpa

Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow fordert dazu auf, keine Regierungsvertreter zur Fußball-WM nach Russland zu schicken. Auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel übt er Kritik.

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          In einigen Monaten beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Am 14. Juni trifft Gastgeber Russland in Moskau auf Saudi-Arabien – auf die schwächste Mannschaft der schwächsten Gruppe in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Reiner Zufall? Mag sein. Aber wenn es um das Zusammenspiel zwischen internationalen Sportverbänden und Putins Russland geht, haben wir gelernt, dass es mehr Verschwörungen als Zufälle gibt.

          Die Aufdeckung des weltweit schlimmsten Doping-Skandals der Sportgeschichte seit dem Ende des Kalten Krieges liegt noch nicht einmal drei Jahre zurück. Russland hatte sein Anti-Doping-Programm in ein Doping-Programm umgewandelt, um bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, einem Lieblingsort Putins, mehr Medaillen zu gewinnen – und die gesamte Machtetage schaute zu oder wirkte gar aktiv mit. Die schier unglaublichen Verstrickungen konnten nur dank eines mutigen Whistleblowers aufgedeckt werden. Grigorij Rodtschenkow lebt seither im Verborgenen, denn wer Putin herausfordert, bezahlt oft mit dem Leben – egal, wo er sich aufhält.Trotz der überwältigenden Beweislage durften die meisten russischen Athleten aufgrund eines Durcheinanders von Strafen und Ausnahmen an den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro und an den diesjährigen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen.

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