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Halbherzige Reformen : Kritik der Grünen an deutscher Qatar-Politik

Qatarische Fans bei der Eröffnung des Al-Dschanub Stadions in Al-Wakrah 2019 Bild: dpa

Berichten zufolge sollen auf den Baustellen für die Stadien der Fußball-WM 2022 in Qatar bereits 6500 Menschen gestorben sein. Das beschäftigt auch den deutschen Bundestag.

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          Bündnis 90/Die Grünen haben die Bundesregierung wegen deren Haltung gegenüber Qatar, Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2022, kritisiert. Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion nennt Margarete Bause, menschenrechtspolitische Sprecherin der Partei, dünn; sie erwecke den Eindruck, man verlasse sich auf Versprechungen von qatarischer Seite.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Auch wenn es Verbesserungen gegeben habe, erklärten Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, dass es bei der Umsetzung der Reformen zum Schutz der Menschenrechte hapere. Diese müssten nachhaltig sein und auch Bestand haben, wenn Qatar nach der WM nicht mehr internationale Aufmerksamkeit erfahre.

          Auch Akteure aus dem Sport wie der FC Bayern München, der engste Beziehungen nach Qatar unterhalte, seien aufgefordert, genau hinzuschauen und Vorwürfen nachzugehen. In Norwegen rufen einige Klubs den Verband auf, die WM in Qatar zu boykottieren.

          Staatssekretärin Antje Leendertse aus dem Auswärtigen Amt hatte auf die Frage, wie die Bundesregierung auf Presseberichte reagiere, nach denen in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter auf Baustellen Qatars, auch für WM-Stadien, ums Leben gekommen sein sollen, geantwortet, diese nehme die Thematik sehr ernst und gegenüber der qatarischen Regierung regelmäßig auf. Die internationale Aufmerksamkeit habe die Situation für die rund zwei Millionen ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Qatar verbessert.

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