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Fußball-WM 2022 : Fifa will die Lage prüfen

  • Aktualisiert am

FIFA-Präsident Joseph Blatter Bild: dpa

Nach Meldungen von Todesfällen auf den Baustellen für die WM 2022 will sich die Fifa selbst ein Bild von der Lage machen: Eine baldige Inspektionsreise nach Qatar soll für Aufklärung sorgen.

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          Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) will sich auf einer Inspektionsreise selbst über die Lage der Arbeiter auf den WM-Baustellen in Qatar informieren. Bei einer Pressekonferenz nach der zweitägigen Exekutivsitzung in Zürich kündigte der ehemalige deutsche Verbandspräsident Theo Zwanziger am Freitag an, innerhalb der nächsten 14 Tage würden nicht nur Vertreter verschiedener politischer Institutionen nach Qatar reisen, sondern auch eine Fifa-Delegation, die möglicherweise von Fifa-Präsident Joseph Blatter angeführt wird.

          „Wir wollen ehrliche Berichte“, sagte Zwanziger, „wir müssen ein klares Bild bekommen.“ Durch die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 werde Qatar mit einem Vergrößerungsglas betrachtet. „Mein Eindruck ist, dass sie erkannt haben, wie wichtig es ist, die Lage zu verbessern.“ Der Fußball wolle helfen, bis Ende April oder Mai Verbesserungen zu erreichen. „Drohungen auszustoßen macht im Moment keinen Sinn.“ Gewerkschaftsvertreter und Menschenrechtsorganisationen prangern die Rechtlosigkeit der Fremdarbeiter und sogar Todesfälle an.

          Keine Überlegungen, irgendetwas am WM-Plan zu ändern

          Blatter erklärte, dass in erster Linie der Staat Qatar, dann die Unternehmen, bei denen die Arbeiter angestellt seien, für deren Situation verantwortlich seien. „Wir haben auch eine teilweise Verantwortung.“ Blatter kritisierte, dass im Rahmen etwa des Frauen-Tennisturniers und des Radrennens, die seit Jahresbeginn in Qatar stattgefunden hätten, niemand die Menschenrechtsfrage angesprochen habe.

          Auch die WM 2018 in Russland war ein Thema bei der Exekutivsitzung. Witali Mutko, Sportminister und Fifa-Exekutivmitglied, hat laut Blatter einen Bericht über den Stand der Vorbereitungen abgegeben. Es gebe keine Überlegungen, irgendetwas an dem WM-Plan zu ändern. „Wir haben für Russland als Gastgeber gestimmt, und diesen Kurs gehen wir weiter“, sagte der Präsident. Zum Thema Krim wurde eine Entscheidung getroffen: Die beiden Erstligaklubs Tawrija Simferopol und PFK Sewastopol werden entgegen dem russischen Bestreben die Saison weiter in der ukrainischen Liga bestreiten.

          Es geht wieder um Geld

          Unkommentiert ließ Blatter die Berichte des britischen „Daily Telegraph“ von dieser Woche, in denen es heißt, das frühere Fifa-Exekutivmitglied Jack Warner und seine Familie hätten nach der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften an Qatar und Russland von einer Firma seines qatarischen Kollegen Mohammed bin Hammam zwei Millionen Dollar erhalten. Der Fall werde von der „unabhängigen Ethikkommission“ behandelt. Diese Kommission erklärte in einem Statement, dass ihr das Material bekannt sei und sie die Maßnahmen ergreifen werde, die sie für angemessen halte.

          Parallel zu der Exekutivsitzung hatte der amerikanische Ermittler Michael Garcia im Auftrag der Fifa 13 Mitglieder des Führungsgremiums, darunter auch den Präsidenten, nach den Umständen der WM-Vergabe im Dezember 2010 befragt. Ein angenehmeres Thema dürfte die Sichtung des Fifa-Kontostands gewesen sein. Die Rücklagen belaufen sich auf 1,432 Milliarden amerikanische Dollar.

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