https://www.faz.net/-gtl-6zjct

Fußball-EM 2012 : Bach und Zwanziger gegen Boykott

  • Aktualisiert am

Spielort der EM: Metalist-Stadion in Charkow Bild: REUTERS

„Boykotte haben sich in der Vergangenheit immer als ebenso sinn- wie erfolglos erwiesen“ sagt IOC-Vizepräsident Bach. Der frühere DFB-Präsident Zwanziger nennt entsprechende Forderungen „reinen Populismus“.

          2 Min.

          IOC-Vizepräsident Thomas Bach und der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger haben sich vehement gegen einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine ausgesprochen. „Boykotte haben sich in der Vergangenheit immer als ebenso sinn- wie erfolglos erwiesen. Alle Verantwortlichen haben das inzwischen erkannt“, sagte Bach am Montag dem Radiosender hr-INFO.

          Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) betonte, der Sport müsse „politisch neutral“ sein. Nur dann könne er dazu beitragen, dass nicht Mauern gebaut, sondern Brücken errichtet würden. Ohne politische Neutralität würde der Sport zwischen den Fronten zerrieben werden“, sagte Bach.

          Auch Zwanziger, Mitglied im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA), lehnt einen Boykott ab. „Eine Absage ist keine Alternative, damit haben wir in der Vergangenheit bei anderen Ereignissen überhaupt nichts erreicht. Das ist reiner Populismus“, sagte Zwanziger dem Sender. „Wir treten ein für Rechtstaatlichkeit und Demokratie, und dann müssen wir das überall tun, wo wir hingehen“, meinte Zwanziger.

          Die deutsche Nationalmannschaft habe die Verpflichtung, das in der Ukraine zu tun. Er ermunterte die Spieler, sich zu den Menschenrechtsverletzungen zu äußern. „Das erwarten wir von einem mündigen Staatsbürger, der Fußball spielt“, erklärte Zwanziger.

          Kein Wechsel der Spielorte

          Ein kurzfristiger Wechsel der Austragungsorte von der Ukraine nach Deutschland ist nicht möglich. Diese Ansicht vertritt der Turnierdirektor bei der Europäischen Fußball-Verband Uefa, Martin Kallen. „Das bekäme man in so kurzer Zeit nicht hin“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). Sollte generell eine EM nicht durchführbar sein - also auch in der Ukraine -, „gäbe es nur eine Möglichkeit: Dann müsste man an eine Verschiebung des Turniers denken, in ein anderes Jahr“, meinte der Schweizer.

          Wegen des umstrittenen Umgangs der ukrainischen Regierung mit der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und seit den Bombenanschlägen am Freitag in Dnjepropetrowsk wird darüber diskutiert, ob die EM in dem osteuropäischen Land als Co-Partner Polens stattfinden kann. „Wir beobachten die Situation ganz genau, jeden Tag“, sagte Kallen. Derzeit gebe es keinen Grund für Änderungen. Zugleich betonte er: „Wenn die Situation zu gefährlich wird, dann würde das nicht durchgeführt. Wir organisieren ein Fußball-Fest, und nichts anderes.“

          Das erste EM-Spiel auf ukrainischem Boden wird am 9. Juni in Charkow zwischen den Niederlanden und Dänemark angepfiffen. In Charkow sitzt Timoschenko in Haft.

          Weitere Themen

          Timo Werner lässt Chelsea jubeln

          Premier League : Timo Werner lässt Chelsea jubeln

          Während der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp Mühe hat, stürmt der FC Chelsea mit Nationalspieler Timo Werner eindrucksvoll zum nächsten Sieg. Auch DFB-Spieler Ilkay Gündogan kann sich freuen.

          Die nächste Pleite für Nagelsmann

          Nach 0:5-Klatsche : Die nächste Pleite für Nagelsmann

          In der Champions League verliert RB Leipzig deutlich bei Manchester United. In der Bundesliga folgt nun ein weiterer Rückschlag bei Borussia Mönchengladbach, der die Tabellenführung kostet. Trainer Julian Nagelsmann ist bedient.

          Topmeldungen

          Eine Frau mit einer Packung Eier – im Hintergrund das Kapitol in Havanna

          Corona-Krise auf Kuba : Schlimmer als die Pandemie

          In Kuba setzt die Regierung strenge Maßnahmen gegen Corona ein. Noch härter als die Pandemie trifft die Menschen jedoch die Lebensmittelkrise. Das Land schlittert in eine immer schwierigere Situation.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump bei einer Wahlveranstaltung

          Donald Trump : „Deutschland will mich abgewählt sehen“

          Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat sich unter Donald Trump erheblich verschlechtert. Der amerikanische Präsident ist sich sicher, dass seine Niederlage nicht nur von China und Iran, sondern auch von Deutschland begrüßt werden würde.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.