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Südamerikanischer Fußball : Keine Copa in Kolumbien

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Gegen „die Blut-Copa“: acht junge Menschen, rot verschmiert, hingen an langen Tüchern an einer Brücke vor Bogotas Fußball-Arena El Campin. Bild: Reuters

Die Proteste gegen die „Blut-Copa“ waren in Kolumbien massiv. Nun muss die Copa America ausschließlich in Argentinien ausgetragen werden. Doch auch dort gibt es Probleme.

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          Argentinien muss die Copa America alleine stemmen: Ko-Gastgeber Kolumbien kam mit seiner Forderung nach einer Verschiebung aufgrund der anhaltenden Unruhen im Land nicht durch. Die südamerikanische Fußball-Konföderation Conmebol lehnte ab. Es sei aus Termingründen „unmöglich“, das Turnier auf November zu verschieben, wie es die Behörden in Bogota gefordert hatten, hieß es in einer Mitteilung.

          Die Partien, die vom 13. Juni bis 10. Juli in Kolumbien gespielt werden sollten, werden nun im Ko-Gastgeberland Argentinien ausgetragen. „Wenn alle Gesundheitsprotokolle erfüllt werden, sind wir bereit, die Option als alleiniger Gastgeber zu überprüfen“, hatte der argentinische Staatspräsident Alberto Fernandez schon zu Wochenanfang bei „Radio 10“ angekündigt. Seit Ende April rollt eine Protestwelle durch Kolumbien, das zudem stark von Corona gebeutelt wird. Eine angekündigte Steuerreform hatte die Unruhen ausgelöst, die von der allgemeinen Unzufriedenheit über Staatspräsident Ivan Duque getragen werden.

          Vor Bogotas Fußball-Arena El Campin hingen am Mittwoch an langen Tüchern acht junge Menschen rot verschmiert an einer Brücke herab. Ein Transparent mit der Aufschrift „Die Blut-Copa“ verlieh dem Auftritt noch mehr Dramatik. Nicht massiv, aber stimmungsvoll protestierten parallel am Stadion einige Hundert Kolumbianer für soziale Gerechtigkeit, gegen die Austragung der Copa. In mehreren Metropolen des Landes tobten hingegen zum Teil heftige Straßenkämpfe. Klare Forderung: „Nein zur Copa America“, hieß es in Bogota, Medellín, Cali und Barranquilla.

          Auch Argentinien steckt derzeit in der bislang schlimmsten Phase der Covid-19-Pandemie. Staatspräsident Fernandez kündigte an, dass das Land neun Tage lang vollständig in den Lockdown geht, um die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren. Doch der Regierungschef kämpft daheim verzweifelt gegen die zweite Corona-Welle. Fast 40.000 Neu-Infizierte am Mittwoch sind Rekord. Weit mehr als die zwei Toten und 65 Covid-Patienten am 17. März vergangenen Jahres, als die Conmebol den ältesten Nationen-Wettbewerb auf 2021 verschob. Fernandez stellte nüchtern klar: „Es ist eine Copa America für das Fernsehen, um TV-Verträge zu erfüllen.“

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