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Freizeit- und Breitensport : In den Vereinen geht es wieder los

Endlich wieder rennen, spielen und Freunde treffen: Die Institutionen lassen es sich etwas kosten. Bild: Picture-Alliance

Aus dem Milliardenprogramm „Aufholen nach Corona“ ergießen sich Abermillionen über den Freizeit- und Breitensport. Viele Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche.

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          Sport im Verein und auf dem Land, sagt Frank-Walter Steinmeier, sei mehr als Sport und Bewegung, sondern bedeute besonders für Kinder: Freunde und Freundinnen zu treffen. Diese zu unterstützen lässt der Staat sich einiges kosten. Der Bundespräsident hat in seiner Gesprächsreihe #miteinander in dieser Woche im Livechat Dennie Rufflett getroffen, den er fröhlich als Herrn Präsidenten ansprach.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Rufflett sitzt dem FC Deetz vor und noch dazu dem Fußball Kids Club, was ihm in dem Ort an der Havel mit tausend Einwohnern einen gewissen Rang sichert. Steinmeier ließ sich das Durchhalten, die Aufmunterung während des Lockdowns und der erzwungenen Passivität schildern, als der Verein die Kinder mit Briefen, mit Video-Training des Maskottchens, mit der Verleihung einer Tapferkeitsmedaille bei der Stange hielt und mit einer mobilen Weihnachtsfeier, bei der es in geschmückten Autos über die Dörfer ging. Praktisch alle Mitglieder hielten ihrem Verein die Treue.

          Nun also geht es wieder los in den rund 90.000 Sportvereinen Deutschlands, beim FC Deetz läuft bereits das zweite Sommer-Camp. Und aus dem Milliardenprogramm „Aufholen nach Corona“ ergießen sich Abermillionen über den Freizeit- und Breitensport und dessen Bewegungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Stellvertretend für all jene, die sich ehrenamtlich engagieren und die nun, da der Sport wieder in die Gänge kommen soll, dringend zurückerwartet werden, dankte Steinmeier dem Vereinspräsidenten: „Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir können das, was Sie leisten, gar nicht hoch genug anerkennen.“

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          Die Führung des FC Deetz sollte sich erkundigen, aus welchen Programmen sie noch in diesem Jahr Förderung beantragen kann. Denn über die Anerkennung vom Staatsoberhaupt hinaus wird ein ordentlicher Batzen von den zwei Milliarden Euro, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in diesem und dem nächsten Jahr zum Aufholen in Bildung und Entwicklung zur Verfügung stellt, seinen Weg in den Sport finden.

          Besonders attraktiv für Vereine dürfte der Blick in die Ausschreibungen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) sowie der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) sein. Beide erhalten zusätzlich 130 Millionen Euro für ihre Arbeit. Mit 100 Millionen Euro vom Ministerium soll die DKJS unter anderem einen Zukunftsfonds für Projekte und Angebote außerhalb des Unterrichts zur Unterstützung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen schaffen. Die Angebote richten sich bundesweit an Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen und sollen sie in ihrer Persönlichkeitsbildung wie in ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit stärken. Das Programm werde demnach auch Angebote fördern, sagt eine Sprecherin des Ministeriums, die Sport und Bewegung von Kindern und Jugendlichen in Kitas und Sportvereinen unterstützen.

          Die Angebote richten sich bundesweit an Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen und sollen sie in ihrer Persönlichkeitsbildung stärken.
          Die Angebote richten sich bundesweit an Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen und sollen sie in ihrer Persönlichkeitsbildung stärken. : Bild: dpa

          „Wir sehen in unserer täglichen Praxis in ganz Deutschland, dass Sport und Bewegung eine große Rolle für das Wohlbefinden und für gute Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in unserem Land spielen. Auch und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie“, sagt Anne Rolvering, Vorsitzende der DKJS-Geschäftsführung. „Im Rahmen unserer Aufgabe für das Bundesfamilienministerium verfolgen wir daher neben dem Hauptziel, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsbildung zu begleiten, auch das Ziel, ihre physische und psychische Gesundheit zu stärken. Im Rahmen unseres Programms AUF!leben wird es daher einen Zukunftsfonds geben, über den verschiedene Angebote gefördert werden können, die auf die aktuellen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen reagieren.“ Seit 2015 brachte die Stiftung in dem Projekt „Willkommen im Fußball“ an vielen Orten Profiklubs, Amateure und lokale Bildungsträger zur Integration junger Geflüchteter zusammen. Von der Erfahrung wird, hoffentlich, AUF!leben profitieren. Sport ist in diesem Jahr auch Gegenstand einer Informationskampagne, die bei der Berufswahl helfen soll.

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