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Interview zum Fall Semenya : „Das ist inverses Doping“

Wie geht es nun weiter? Beim Fall Caster Semenya gehen die Meinungen auseinander. Bild: AP

Die Leichtathletin Caster Semenya soll künftig Hormone einnehmen, um ihren Testosteronspiegel zu senken. Der Präsident der Bundesärztekammer hält das für falsch. Im F.A.Z.-Interview begründet Frank Ulrich Montgomery seine Empfehlung.

          5 Min.

          Das Internationale Sportschiedsgericht (Cas) hat das Regelwerk des Welt-Leichtathletik-Verbandes (IAAF) im Fall Caster Semenyas bestätigt. Die Urteilsbegründung ist noch nicht öffentlich, auf die juristischen Feinheiten kann man noch nicht eingehen...

          ...das würde ich auch nicht wollen. Man merkt aber, dass der Cas ganz große Bauchschmerzen hat. Sie sagen, um gleiche Ausgangsbedingungen herzustellen, hätten sie die Regeln bestätigt. Sie sind selbst unsicher, das ist mein Eindruck bei dem Urteil. Aber wir befassen uns nur mit der Rolle der Ärzte. Ein Mensch, der eindeutig primäre und sekundäre weibliche Geschlechtsmerkmale hat, ist Frau. Dieser Mensch hat aber das Glück oder Pech, mehr Testosteron zu produzieren als andere. Diesen Menschen zu zwingen, inverses Doping zu betreiben, in dem er den Testosteronspiegel durch die Einnahme von Hormonen drückt, halten wir für falsch. Daran sollten Ärzte sich genauso wenig beteiligen wie an Doping zur Leistungssteigerung.

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