https://www.faz.net/-gtl-9mq8p

Interview zum Fall Semenya : „Das ist inverses Doping“

Wie geht es nun weiter? Beim Fall Caster Semenya gehen die Meinungen auseinander. Bild: AP

Die Leichtathletin Caster Semenya soll künftig Hormone einnehmen, um ihren Testosteronspiegel zu senken. Der Präsident der Bundesärztekammer hält das für falsch. Im F.A.Z.-Interview begründet Frank Ulrich Montgomery seine Empfehlung.

          5 Min.

          Das Internationale Sportschiedsgericht (Cas) hat das Regelwerk des Welt-Leichtathletik-Verbandes (IAAF) im Fall Caster Semenyas bestätigt. Die Urteilsbegründung ist noch nicht öffentlich, auf die juristischen Feinheiten kann man noch nicht eingehen...

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          ...das würde ich auch nicht wollen. Man merkt aber, dass der Cas ganz große Bauchschmerzen hat. Sie sagen, um gleiche Ausgangsbedingungen herzustellen, hätten sie die Regeln bestätigt. Sie sind selbst unsicher, das ist mein Eindruck bei dem Urteil. Aber wir befassen uns nur mit der Rolle der Ärzte. Ein Mensch, der eindeutig primäre und sekundäre weibliche Geschlechtsmerkmale hat, ist Frau. Dieser Mensch hat aber das Glück oder Pech, mehr Testosteron zu produzieren als andere. Diesen Menschen zu zwingen, inverses Doping zu betreiben, in dem er den Testosteronspiegel durch die Einnahme von Hormonen drückt, halten wir für falsch. Daran sollten Ärzte sich genauso wenig beteiligen wie an Doping zur Leistungssteigerung.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Russische Soldaten nehmen an Übungen auf dem Schießplatz Kadamowskii in Rostow am Don teil.

          Krise mit Russland : Nach der Ukraine ist Europa dran

          Putin will nicht nur die Ukraine. Er will Hegemonie über ganz Europa. Die EU muss deshalb über eine eigene Abschreckung reden. Frankreich hat die Debatte eröffnet.
          Italienische Polizisten auf dem Mailänder Domplatz an Silvester

          Übergriffe vor Mailänder Dom : Keiner half den Frauen

          In Italien begrapschen Horden junger arabischstämmiger Männer Frauen. Sicherheitsleute schauen tatenlos zu. Politiker und Medien brauchen Tage, bis sie das Problem beim Namen nennen.