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Leistungssport : Zusätzliche Millionen für Medaillen

Geld schießt Tore - und bringt auch Medaillen? Bild: Reuters

Die Kürzung fällt kleiner aus als geplant: Der Bund fördert neue Olympia-Sportarten und die paralympische Bewegung mit zusätzlichen fünf Millionen Euro. Vom Zuschuss profitieren können auch die Schulen und Sportvereine.

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          Gut fünf Millionen Euro Nachschlag sind bei der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages in der Nacht auf Freitag für den deutschen Sport herausgesprungen. Drei Millionen Euro zusätzlich fließen demnach 2017 in die Förderung der erstmals bei den Olympischen Spielen von Tokio 2020 vertretenen Sportarten Surfen und Skateboard, Karate und Klettern sowie Baseball/Softball. Die Unterstützung für das paralympische Engagement des Deutschen Behindertensportverbandes steigt um 1,5 Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro. Mit 700.000 Euro soll die Bildung der Kommission für die Potential-Analyse gefördert werden, die den Kern der Spitzensport-Reform bildet; dieser Posten ist mit einem Sperrvermerk versehen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist vorgesehen, dass diese PotAs-Kommission im Vorgriff auf die Reform Simulationsrechnungen anstellt, nach denen Sportarten und Disziplingruppen auf Basis ihrer olympischen Medaillen-Perspektive unterschiedlichen Fördergruppen von null bis Optimal-Förderung zugeschlagen werden.

          Von der Notwendigkeit einer Anschubfinanzierung der Reform in Höhe von zwölf Millionen Euro (F.A.Z. vom 21. Oktober) ließen sich die Haushälter nicht überzeugen; 2017 will der Sport mit deren Umsetzung beginnen, erst 2019 will er damit fertig sein. Der DOSB hatte sich um drei Millionen Euro für Sportinternate beworben sowie sechs Millionen für Sportdirektoren und Stützpunktleiter.

          Politik sieht Sport nun ausreichend unterstützt

          „Ich denke, dass bei einer objektiven Betrachtung auch der Sport zufrieden sein müsste“, sagte der CDU-Abgeordnete Eberhard Gienger, sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Der Nachschlag zu den 160 Millionen Euro Spitzensportförderung, die im Haushalt des Bundesinnenministers veranschlagt sind, sei zur Zeit vollkommen ausreichend; mehr sei angekündigt. Die Erwartungen des DOSB seien meist etwas höher angesetzt als das, was gewährt werden könne, sagte die SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages. Beim Behindertensport habe Nachholbedarf bestanden, auch die Förderung der fünf neuen olympischen Sportarten sei unabdingbar und innerhalb der Koalition unstrittig gewesen.

          Dagmar Freitag (SPD): Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag

          Zusätzlich zum Spitzensport-Etat des BMI fördert der Bund Spitzensportler durch die Bereitstellung von Posten bei Bundeswehr, Bundespolizei und Zoll. Zudem unterhalten einige Länder Sportförder-Programme der Polizei. Insgesamt stellt der Staat rund 1200 solche Stellen zur Verfügung.

          Hundert Millionen Euro zusätzlich hat der Haushaltsausschuss für die Sanierung kommunaler Gebäude bewilligt, welche dem sozialen Zusammenhalt dienen. Damit setzt er ein Programm fort, das vom Umwelt- und Bau-Ministerium verantwortet wird. Es betreffe auch Sporteinrichtungen und deren energetische Sanierung. Schulen und Vereine können davon profitieren, sind aber nicht antragsberechtigt. Der DOSB gibt den Sanierungsbedarf von Sportstätten in Deutschland seit mehr als zehn Jahren mit 42 Milliarden Euro an; seit sechzehn Jahren wird die Sportstätten-Statistik, die den aktuellen Bedarf ausweist, nicht mehr geführt.

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