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Diskussionspapier des DOSB : Neues Szenario für die Athleten

Will nicht schweigen zu kontroversen Themen: Athletenvertreter Max Hartung Bild: dpa

Der DOSB scheint bereit, die Forderung des Vereins „Athleten Deutschland“ nach einer finanziellen Förderung durch den Bund mit dem Ziel einer Unabhängigkeit zu akzeptieren.

          Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat seine Haltung im Streit mit den Athletenvertretern erweitert. Das geht aus einem „Diskussionspapier“ des DOSB zur „Athletenkommission und zum Verein Athleten Deutschland e.V.“ vom 1. Juni hervor, das dieser Zeitung vorliegt. Demnach scheint der Dachverband bereit, die Forderung des Vereins „Athleten Deutschland“ nach einer finanziellen Förderung in Höhe von 225.000 Euro durch den Bund mit dem Ziel einer Unabhängigkeit zu akzeptieren. Das geht zumindest aus der Beschreibung der „Szenarien für eine zukünftige Zusammenarbeit“ hervor. „Szenario II – Verstärkung der Interessensvertretung der Athleten im Verein Athleten Deutschland e.V.“ wird dem Anspruch des von Max Hartung und Silke Kassner geführten Vereins mehr oder weniger gerecht: „Völlige Unabhängigkeit bei Entscheidungen und bei der Verwendung der Mittel des Athletenvereins“, schreibt der DOSB als mögliche Vorteile aus Sicht der Athleten.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Unter anderem gehört dazu auch die „Möglichkeit der inhaltlichen Positionierung unabhängig vom DOSB“. Die anderen „Szenarien“ beschreiben eine Athletenkommission unter dem Dach des Verbandes sowie eine Mischform. Bislang hatte der DOSB den Eindruck erweckt, die Athleten-Vertretung unbedingt im DOSB halten zu wollen. Präsident Alfons Hörmann scheint die Entscheidung über die Auswahl eines der drei Szenarien nun anderen überlassen zu wollen: „Von mir gibt es keinerlei Votum“, sagte er nach Angaben des Sportinformationsdienstes am Dienstag: „Ich habe mich mit Veronika Rücker (DOSB-Vorstandsvorsitzende, d. Red.) geeinigt, dass wir den Athleten und der Politik die Entscheidung überlassen. Der DOSB wird mit jedem der vorgelegten Konzepte leben.“

          Dieses Angebot könnte die Unions-Politiker im Sportausschuss überzeugen, von ihrer starren Position Abstand zu nehmen. In einer kontroversen Sitzung hatten sie am Dienstag gegen einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen gestimmt, Athleten Deutschland eine unabhängige Struktur zu ermöglichen. Weil sich SPD-Abgeordnete wegen des Koalitionszwanges (trotz gegenteiliger Auffassung) anschlossen, scheiterte der Antrag. Die sportpolitische Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen, Monika Lazar, bezeichnete das Ergebnis als „Armutszeugnis“. Die SPD will sich weiter für eine eigenständige Athletenvertretung einsetzen. In der Bereinigungssitzung des Haushaltsauschusses Ende Juni könnte die Unterstützung der Athleten noch bewilligt werden.

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