https://www.faz.net/-gtl-79j0a

Förderung des Bundes : Debatte um Sportministerium

Der CDU-Abgeordnete und früherer Turn-Weltmeister Eberhard Gienger erweist sich als konservativ Bild: dpa

Die Idee aus einem inneren Kreis von Spitzenfunktionären, dass die Sportförderung des Bundes künftig nicht dem Innenminister, sondern einem Staatsminister im Kanzleramt übertragen werden soll, findet nicht überall reflexhafte Abwehr.

          Wenn der Sport die Regierung umbilde, kriegte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper in Berlin zu hören, bitte sehr: Die Politik habe auch ein paar Ideen, wie der Deutsche Olympische Sportbund umzubauen sei. Doch die Idee aus einem inneren Kreis von Spitzenfunktionären, dass die Sportförderung des Bundes künftig nicht dem Innenminister, sondern einem Staatsminister im Kanzleramt übertragen werden solle, fand nicht überall reflexhafte Abwehr.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Charming“ nennt die sportpolitische Sprecherin der Grünen, Viola von Cramon, die Vorstellung. So könne man zu Transparenz und zur Bündelung von Zuständigkeiten kommen, die auf sieben bis acht Ministerien verteilt ist. Von der Vorstellung, mit der neuen Stelle auch eine Aufstockung der Förderung zu erreichen, solle sich der Sport aber verabschieden.

          Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD nutzt die Diskussion für Wahlkampfrhetorik. „Der Wunsch nach einem eigenen Sportministerium ist verständlich, da Innenminister Friedrich als Sportminister ein Totalausfall ist“, sagte er. „Wir brauchen einen neuen Innenminister, der sich um den Sport tatkräftig kümmert und dem Sport wieder eine herausragende Geltung verschafft. Wir wollen die Rahmenbedingungen für den Sport verbessern und den Sport im Grundgesetz verankern.“

          Der CDU-Abgeordnete und früherer Turn-Weltmeister Eberhard Gienger erweist sich auch in dieser Frage als konservativ. Er wolle, dass der Sport einem starken Minister zugeordnet sei, sagt er. Deshalb solle der Sport beim Innenminister bleiben. Norbert Barthle, haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hält die Forderung dagegen für legitim. Sie sei allerdings nicht schon in der nächsten Legislaturperiode realisierbar.

          Weitere Themen

          Das sind die Sportler des Jahres Video-Seite öffnen

          Kerber, Vogel und Lange : Das sind die Sportler des Jahres

          Nach ihrem tragischen Unfall war aber auch Doppel-Olympiasiegerin Kristina Vogel eine Hauptperson des Abends. Sie lag bei der Wahl der Sportlerin des Jahres nur knapp hinter Kerber.

          Topmeldungen

          Erste Präsidiumssitzung : CDU-Führung bemüht sich weiter um Merz

          Bei der ersten CDU-Präsidiumssitzung nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauers geht es auch um den Unterlegenen: Friedrich Merz solle „sichtbar“ bleiben in der Partei, wird sich gewünscht. Und die neue Parteichefin macht eine Ankündigung.
          Wenn die ganze Welt so aussieht, hat der Umweltaktivismus verloren: Das Kohlekraftwerk Schkopau und der Chemiekonzern Dow Chemical bei Halle

          FAZ Plus Artikel: Umweltanwalt James Thornton : Der Vollstrecker

          Die Klimaschützer von Paris haben jetzt ein Regelwerk, dieser Mann hat einen Plan: Für den Umweltanwalt James Thornton war der Angriff auf die Autoindustrie nur ein Anfang.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.