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Financial Fairplay : Uefa kommt VW entgegen

  • -Aktualisiert am

Sponsor auf der Brust: Volkswagen ist Geldgeber des VfL Wolfsburg. Bild: dpa

Der europäische Fußball-Verband will seine kürzlich eingeführten Finanzregeln wieder lockern. Offiziell wird der schnelle Erfolg als Grund genannt. Doch die Änderung würde hauptsächlich Investitionen reicher Sponsoren vereinfachen.

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          Die Europäische Fußball-Union (Uefa) will ihre Regeln beim sogenannten Financial Fairplay lockern. Das bestätigte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino am Dienstag. „Die Diskussion über eine Änderung der Vorschriften ist im Gange, auch mit den Klubs, die unsere wichtigsten Partner in dem laufenden Prozess sind“, sagte Infantino. Er erklärte die neue Entwicklung mit den Erfolgen bei der Umsetzung der bestehenden Finanzregeln, die dazu geführt hätten, dass die Nettoverluste aller europäischen Profiklubs von 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 bis 2014 auf 400 Millionen Euro zurückgegangen seien.

          Mit einer Überarbeitung des Reglements solle in Zukunft „mehr Wachstum“ und „mehr Wettbewerb“ gefördert werden. Hinter der Diskussion steht offenbar die Absicht, vor allem Investitionen von Unternehmen oder reichen Privatleuten in einzelne Klubs wieder einfacher zu machen. Financial Fairplay schiebt hier bisher gewisse Riegel vor. Das ist auch ein gutes Signal für den VfL Wolfsburg, der vom Volkswagen-Konzern unterhalten wird. Zudem gerät die Uefa durch Gerichtsverfahren und Beschwerden bei der EU-Kommission gegen die Finanzregeln unter Druck.

          Neben den Beschränkungen, woher das Geld für einen Verein kommt, regelt das Financial Fairplay, dass mehr oder minder nur das ausgegeben werden darf, was auch in der Kasse ist. Dies betrifft Klubs, die an den europäischen Wettbewerben der Europa League und Champions League teilnehmen wollen. Zudem geht es um eine Überprüfung, ob Vereine ihre Schulden tilgen und auch Spielergehälter sowie Sozialabgaben bezahlen. Im vergangenen Jahr hatten Paris Saint-Germain und Manchester City, die beide durch Geldgeber vom Persischen Golf getragen werden, von der Uefa eine Strafe über 20 Millionen Euro erhalten. Zudem mussten sie ihre Kadergröße reduzieren und zukünftige Transfers begrenzen. Inter Mailand, AS Rom und Monaco waren zuletzt wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay ebenso sanktioniert worden.

          An verschiedenen Gerichtsorten in Europa wird derzeit gegen die Regelung der Uefa geklagt. Der Münchner Kartellrechtler Mark-E. Orth sagte der F.A.Z.: „Das Financial Fairplay verstößt gegen europäisches Kartellrecht.“ In diese Richtung habe auch ein Gericht in Spanien im vergangenen Jahr bei sehr ähnlichen Regeln der spanischen Liga entschieden. Dies ließe sich übertragen. „Schadenersatzklagen, die vor einigen Tagen in Paris gegen die Uefa von Unterstützern von Paris Saint-Germain anhängig gemacht worden sind, dürften den Druck auf die Uefa deutlich erhöht haben“, sagte Orth.

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