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Fußball-WM 2022 : Europarat fordert Neuvergabe

  • Aktualisiert am

WM-Baustelle in Qatar: Vorwürfe der Korruption und der Sklaverei Bild: Picture-Alliance

Angesichts massiver Korruptionsvorwürfe und wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen in Qatar verlangt der Europarat eine Neuvergabe der Fußball-WM 2022. Die Fifa weist den Beschluss zurück.

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          Die parlamentarische Versammlung des Europarates hat angesichts massiver Korruptionsvorwürfe ein neues Verfahren des internationalen Fußballverbandes (Fifa) für die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Qatar gefordert. Abgeordnete aus der Schweiz versuchten vergeblich, den Bericht an den zuständigen Ausschuss zurückzuverweisen. Eine Mehrheit der Parlamentarier aus den 47 Europaratsländern stimmte am Donnerstag für die Entschließung. Qatar wurde darin wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen scharf kritisiert. Bindend ist der Beschluss nicht.

          Die Fifa wies den Beschluss des Europarats zurück. Es gebe keine rechtliche Verpflichtung, die Vergabe zurückzunehmen und zu wiederholen. Der Verband zeigte sich sicher, dass die Ausrichtung der Weltmeisterschaft eher soziale Fortschritte mit sich bringen werde. „Wir glauben, dass die Weltmeisterschaft 2022 eine einmalige Plattform ist, einen positiven sozialen Wandel voranzubringen in Qatar und der umliegenden Region“, hieß es in einer Mitteilung.

          Der sozialdemokratische Berichterstatter aus Großbritannien, Michael Connarty, sagte, die Beweise für einen systematischen Stimmenkauf des Votums für Qatar seien eindeutig. „Die Mindestsumme für eine Zustimmung betrug 50.000 US-Dollar.“ Dazu legte er Kopien von Konto-Überweisungen vor. Nach früheren Enthüllungen der britischen „Sunday Times“ soll Qatars ehemaliges Fifa-Exekutivmitglied Mohamed Bin Hamman mehr als 30 nationalen afrikanischen Vertretern hohe Summen gezahlt haben, um ihre Stimmen zu sichern.

          In der Entschließung wurde Qatar wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen der ausländischen Bauarbeiter kritisiert. Dort kommt es immer wieder zu Todesfällen. „Die Männer arbeiten 14 Stunden am Tag bei 50 Grad, leben in Kabinen mit 20 Schlafstellen, und einige haben seit sieben Monaten kein Gehalt bekommen“, sagte Connarty. Er sieht eine eindeutige Mitschuld beim Fifa-Präsidenten Joseph Blatter aus der Schweiz.

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