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Reaktionen zum Fifa-Skandal : „Ich bin schockiert und traurig“

  • Aktualisiert am

Liga-Chef Reinhard Rauball: „Man darf nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Bild: dpa

Deutschlands Liga-Präsident Rauball ist nach den jüngsten Entwicklungen dagegen, das Programm beim Kongress des Weltverbands wie geplant abzuarbeiten. Unterstützung kommt aus England.

          Führende europäische Fußball-Funktionäre haben das Festhalten am Fifa-Kongressprogramm in Zürich mit den Präsidentschaftswahlen am Freitag nach der Festnahme unter anderem von Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb infrage gestellt. „Es wäre das absolut falsche Signal, wenn unter dem Eindruck dieser Entwicklungen die Agenda des Fifa-Kongresses wie geplant abgearbeitet würde“, sagte der deutsche Liga-Präsident Reinhard Rauball am Mittwoch. „Man darf nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“

          Rauball sprach von Enthüllungen, die „jedes Maß an Vorstellungskraft“ übersteigen, nachdem am Morgen insgesamt sieben Funktionäre festgenommen worden waren. Insgesamt werden 14 Personen von US-Ermittlern Betrug, Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.
          Die Ereignisse seien „sehr ernst für die Fifa und ihre aktuelle Führung“ mit Präsident Joseph Blatter, meinte der Chef des englischen Verbandes FA, Greg Dyke. „Man muss sich fragen, ob die Wahl unter diesen Umständen stattfinden sollte“, meinte er und sicherte Blatters Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein noch einmal die Stimme der FA zu.

          DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Es ist schockierend und schädlich
für den gesamten Fußball.“

          „Es ist schockierend und schädlich für den gesamten Fußball, was sich in Zürich zwei Tage vor dem Fifa-Kongress abspielt“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. „Es wäre erschütternd, wenn sich die im Raum stehenden, schweren Vorwürfe gegen Mitglieder der Fifa als richtig herausstellen.“

          Neben den Festnahmen sah sich die FIFA auch noch einer Hausdurchsuchung ausgesetzt. Die Schweizer Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren wegen der ohnehin höchstumstrittenen Vergaben der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Qatar. „Ich bin schockiert und traurig über das Bild, das der Fußball durch diese Festnahmen abgibt“, sagte der Präsident des Französischen Ligaverbandes, Frédéric Thiriez, dem Radiosender Europe 1.

          „Sollten sich die Vorwürfe als richtig herausstellen, würde dies die Fif und den gesamten Weltfußball in den Grundfesten erschüttern“, meinte sein deutscher Amtskollege Rauball. Er forderte auch den umstrittenen Weltverbandschef für den Fall der Fälle zum Handeln auf: „Sepp Blatter - obgleich offensichtlich persönlich nicht betroffen - sollte dem Fußball einen großen Dienst erweisen. So kann es nicht weitergehen.“

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