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Fifa-Skandal : Blatter muss abtreten!

Eine neue Fifa ist mit ihm nicht möglich: Joseph Blatter, aufgenommen im Mai 2015, sollte die Konsequenzen ziehen. Bild: AFP

Jahrzehnte wirkte Joseph Blatter in entscheidenden Positionen des Weltfußballverbandes. Er arbeitete mit vielen dubiosen und inzwischen abgeurteilten Funktionären eng zusammen. Nun muss er die Verantwortung dafür übernehmen.

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          Die Reputation des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) ist nach den Festnahmen von Topfunktionären aus Mittel- sowie Südamerika in Zürich und parallelen Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft bezüglich der WM-Vergaben an Russland (2018) und Qatar (2022) am Tiefpunkt angelangt. Überraschen kann das allerdings nicht. Noch immer warten Altlasten aus den Jahren der größten Gier unter den Verbandsvertretern auf ihre Aufarbeitung.

          Zwar wurden durch den Reformprozess innerhalb der Fifa wichtige Compliance-Strukturen eingezogen, eine Investigativ-Abteilung, Ethik-Richter und ein Integritätsgruppe installiert, wie es sich für eine Organisation dieser Größe gehört. Letztlich sind die aktuellen Zugriffe staatlicher Ermittlungsbehörden aus den Vereinigten Staaten und der Schweiz auch diesen Veränderungen zuzuschreiben. Aber der entscheidende Druck auf eine neue Fifa hat weiterhin gefehlt.

          So kommt jetzt neue Bewegung in dieses Spiel. Schön und gut. Doch unter diesen Umständen wirkt es absurd, dass sich der ewige Fifa-Herrscher Joseph Blatter am Freitag beim Fifa-Kongress als Präsident zum vierten Mal in Folge bestätigen lassen will. Zwei seiner Vizepräsidenten sind verhaftet worden, zudem weitere wichtige Funktionäre. Zu denen, die jetzt wegen des Vorwurfs der Bestechung in Auslieferungshaft (an die Vereinigten Staaten) sitzen, gehört der einflussreiche Präsident des brasilianischen Fußballverbandes, José Maria Marin. Er war sozusagen einer der Mitgastgeber der WM im vergangenen Jahr, die der Fifa einen neuen Rekordgewinn bescherte.

          Obwohl Blatter bei Ermittlungen in der Vergangenheit und auch jetzt offenbar kein Beschuldigter ist, müsste er sofort die Konsequenzen ziehen und abtreten. Jahrzehnte wirkte er in entscheidenden Positionen des Weltverbandes und arbeitete dabei mit vielen dubiosen und inzwischen sogar abgeurteilten Funktionären eng zusammen. Gerade jetzt müsste der fast achtzig Jahre alte Blatter ein Zeichen für den personellen Neuanfang setzen, die Verantwortung ziehen und den Weg freimachen. Alles andere würde den Schaden für die Fifa noch vergrößern. 

          Da spielt es keine Rolle, ob derzeit überhaupt ein ernstzunehmender Kandidat als Nachfolger zur Verfügung steht.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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