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Fifa : Blatter-Gegner außer Gefecht

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Harold Mayne-Nicholls: Bann über den Blatter-Gegner Bild: dpa

Für sieben Jahre wurde der ehemalige Präsident des chilenischen Fußballverbandes, Harold Mayne-Nicholls, von allen Fifa-Ämtern ausgeschlossen. Fragt sich nur, warum? Massive Vorwürfe sind nicht bekannt.

          Die drastische Strafe gegen den ehemaligen Präsidenten des chilenischen Fußballverbandes Harold Mayne-Nicholls lässt die Fußball-Welt rätseln: Für sieben Jahre wurde er von der rechtsprechenden Kammer der Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes Fifa von allen Ämtern ausgeschlossen. Massive Vorwürfe gegen den 54 Jahre alten Funktionär, der keine offizielle Fifa-Funktion mehr hat, sind nicht bekannt.

          Als Vorsitzender der Evaluierungskommission für die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 hatte er den Siegern Russland und Qatar die schlechtesten Bewertungen gegeben. Qatar hatte er wegen der Hitze als „Hochrisiko“ eingestuft. Britische Medien berichten, es existiere ein E-Mail-Verkehr, in dem der Chilene beim Sportzentrum „Aspire-Akademie“ in Qatar nach unbezahlten Praktikantenstellen für seinen Sohn, seinen Neffen und seinen Schwager gefragt habe. Die Verbindung sei aber nicht zustande gekommen.

          Die Fifa-Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert gab keine Begründung an. Sie beruft sich auf die vom Reglement geforderte Vertraulichkeit, so lange ein Urteil noch keine Rechtskraft erlangt hat. Mayne-Nicholls hat angekündigt, in Berufung zu gehen, wenn nötig bis zum Internationalen Sportgerichtshof (Cas). Er kritisierte die Veröffentlichung des Urteils vor der Entscheidung der letzten Instanz.

          Mayne-Nicholls ist ein Opponent des aktuellen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter. Er hatte mit dem Gedanken gespielt, bei der Wahl im Mai gegen den Schweizer anzutreten. Zeitnah war jedoch bekannt geworden, dass die Ethik-Kommission gegen ihn ermittelt. Am 20. Juli wird die Fifa-Exekutive einen Termin für den Außerordentlichen Kongress festlegen, an dem ein neuer Präsident gewählt werden soll.

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