https://www.faz.net/-gtl-72uuv

Fifa-Korruptionsskandal : Ein anonymes Meldesystem - mehr Druck auf Blatter

Im Visier von Transparency International: Fifa-Präsident Sepp Blatter Bild: AFP

Die Fifa will nach Informationen der F.A.Z. anonymen Informanten ermöglichen, Hinweise zu dubiosen Verstrickungen und verdächtigen Funktionären zu geben. Der Vorsitzende der Ethikkommission, Eckert, plädiert für einen Straferlass bei kooperationswilligen Tätern.

          1 Min.

          Der Internationale Fußballverband (Fifa) will nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe) demnächst ein umfangreiches Whistleblower-Programm starten, das anonymen Informanten ermöglicht, Hinweise zu Missständen, dubiosen Verstrickungen und verdächtigen Funktionären zu geben. „Es ist ein Muss für jede Organisation, die Korruption seriös bekämpfen will. Das System wird zeitnah eingerichtet werden“, sagte der neue Fifa-Sicherheitschef Ralf Mutschke gegenüber der F.A.Z. Mutschke kam im Sommer vom Bundeskriminalamt.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Erkenntnisse sollen vor allem dem neuen Fifa-Chefermittler Michael Garcia sowie dem deutschen Richter Joachim Eckert dienen. Eckert ist der neue Spruchkammer-Vorsitzende der zweigeteilten Fifa-Ethikkommission. Er sagt: „Korruption ist ein abgeschottetes System, meist ohne Verträge oder Beweise. Ohne manche anonyme Hinweisgeber hätten in der Wirtschaft einige große Verfahren nicht geführt werden können.“

          „Ein kritisches Jahr für Herrn Blatter“

          Eckert plädiert in der F.A.Z. sogar für einen Straferlass bei kooperationswilligen Tätern: „Man müsste über eine Amnestie nachdenken.“ Unterdessen gehen die Reformkräfte bei der Fifa davon aus, dass Präsident Joseph Blatter in diesem avisierten Veränderungsprozess mehr und mehr unter Druck geraten wird: „Nächstes Jahr wird ein kritisches Jahr für Herrn Blatter. Wenn er nicht voll mitzieht oder unschöne Dinge herauskommen, müsste er vorzeitig zurücktreten“, sagt Michael Hershman. Der Amerikaner ist Mitbegründer von Transparency International und gehört dem unabhängigen Governance-Komitee der Fifa an, das die Reformen maßgeblich vorantreibt.

          Weitere Themen

          Der Krimi um Irans Judoka Mollaei

          Vor dem Regime geflohen : Der Krimi um Irans Judoka Mollaei

          Saeid Mollaei hat harte Zeiten hinter sich. In seine Heimat Iran kann der frühere Judo-Weltmeister nicht zurück. Nun lebt er an einem geheimen Ort in Deutschland. Seinen Traum gibt er trotzdem nicht auf.

          Topmeldungen

          Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla (links) und der Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland in der Bundespressekonferenz

          AfD nach dem Hanauer Attentat : Kreide bis zur Selbstverleugnung

          Durchläuft die AfD nach dem Hanauer Massenmord eine Katharsis? Zu wünschen wäre es. Wahrscheinlicher aber ist: Die AfD wird sich auch künftig in der Wortwahl „vergreifen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.