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Fifa-Korruptionsskandal : Ein anonymes Meldesystem - mehr Druck auf Blatter

Im Visier von Transparency International: Fifa-Präsident Sepp Blatter Bild: AFP

Die Fifa will nach Informationen der F.A.Z. anonymen Informanten ermöglichen, Hinweise zu dubiosen Verstrickungen und verdächtigen Funktionären zu geben. Der Vorsitzende der Ethikkommission, Eckert, plädiert für einen Straferlass bei kooperationswilligen Tätern.

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          Der Internationale Fußballverband (Fifa) will nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe) demnächst ein umfangreiches Whistleblower-Programm starten, das anonymen Informanten ermöglicht, Hinweise zu Missständen, dubiosen Verstrickungen und verdächtigen Funktionären zu geben. „Es ist ein Muss für jede Organisation, die Korruption seriös bekämpfen will. Das System wird zeitnah eingerichtet werden“, sagte der neue Fifa-Sicherheitschef Ralf Mutschke gegenüber der F.A.Z. Mutschke kam im Sommer vom Bundeskriminalamt.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Erkenntnisse sollen vor allem dem neuen Fifa-Chefermittler Michael Garcia sowie dem deutschen Richter Joachim Eckert dienen. Eckert ist der neue Spruchkammer-Vorsitzende der zweigeteilten Fifa-Ethikkommission. Er sagt: „Korruption ist ein abgeschottetes System, meist ohne Verträge oder Beweise. Ohne manche anonyme Hinweisgeber hätten in der Wirtschaft einige große Verfahren nicht geführt werden können.“

          „Ein kritisches Jahr für Herrn Blatter“

          Eckert plädiert in der F.A.Z. sogar für einen Straferlass bei kooperationswilligen Tätern: „Man müsste über eine Amnestie nachdenken.“ Unterdessen gehen die Reformkräfte bei der Fifa davon aus, dass Präsident Joseph Blatter in diesem avisierten Veränderungsprozess mehr und mehr unter Druck geraten wird: „Nächstes Jahr wird ein kritisches Jahr für Herrn Blatter. Wenn er nicht voll mitzieht oder unschöne Dinge herauskommen, müsste er vorzeitig zurücktreten“, sagt Michael Hershman. Der Amerikaner ist Mitbegründer von Transparency International und gehört dem unabhängigen Governance-Komitee der Fifa an, das die Reformen maßgeblich vorantreibt.

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