https://www.faz.net/-gtl-6xzlc

Fifa-Korruption : Funktionär muss „ehrlich wirken“

Amos Adamu: „Weit entfernt“ davon, einen ehrlichen Eindruck zu machen, als die britischen Reporter kamen Bild: AFP

Der Internationale Sportgerichtshof hat die Sperre des früheren Mitglieds der Fifa-Exekutive, Amos Adamu bestätigt. Der Nigerianer war auf ein vermeintliches Bestechungsangebot investigativer Reporter eingegangen.

          1 Min.

          Der nigerianische Funktionär Amos Adamu bleibt bis Oktober 2013 von allen „fußballbezogenen Aktivitäten“ ausgeschlossen. Damit bestätigte der Internationale Sportgerichtshof Cas die Sperre, die der Weltfußballverband Fifa gegen das ehemalige Mitglied seines Exekutivkomitees verhängt hat.

          Amos war von der Fifa für drei Jahre gesperrt worden, weil er von investigativen Reportern der britischen „Sunday Times“ 800.000 Dollar für seine Stimme bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 verlangt hatte. Die Journalisten hatten sich als Lobbyisten der amerikanischen Bewerbung um die WM ausgegeben und das vermeintliche Werben um die Stimme des Nigerianers gefilmt. Adamu sah in diesem Vorgehen seine Rechte verletzt und war vor dem Cas gegen die Sperre vorgegangen.

          Das Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Italieners Massimo Coccia entschied nun, Adamu habe gegen drei Artikel des Ethikkodex des Weltverbands verstoßen, darunter das Verbot der Bestechlichkeit. Angesichts von Adamus Verhalten sei die Dreijahressperre, die am 20. Oktober 2010 in Kraft trat, und die ebenfalls verhängte Geldstrafe in Höhe von 10.000 Schweizer Franken „sogar vergleichsweise mild“.

          Fußballfunktionäre seien nicht nur zu ehrlichem Verhalten verpflichtet, sondern müssten dafür Sorge tragen, auch ehrlich zu wirken. Adamu hätte daher die vermeintliche Offerte „aktiv und eindeutig“ zurückweisen müssen. Davon sei der Funktionär „weit entfernt“ gewesen.

          Bin Hammam-Einspruch wird im April verhandelt

          Die Recherchen der „Sunday Times“ waren im Herbst 2010 veröffentlicht worden und hatten massive Zweifel an der Integrität des Fifa-Exekutivkomitees verstärkt. Adamu sowie fünf weitere Mitglieder waren daraufhin noch vor Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 (an Russland) und 2022 (an Qatar) suspendiert worden, neben dem Nigerianer wurde später auch Reynald Temarii von den Fidschi-Inseln gesperrt.

          Alle weiteren Vorwürfe, besonders in Bezug auf Qatars erfolgreiche Bewerbung, wurden nach der umstrittenen WM-Vergabe stets zurückgewiesen. Im Juli 2011 wurde Mohammed bin Hammam, vor dem Fifa-Kongress in Zürich vergangenes Jahr Herausforderer von Fifa-Präsident Joseph Blatter, wegen des Vorwurfs der Bestechung lebenslang gesperrt. Seine Klage gegen die Sperre will der Cas am 18. und 19. April verhandeln.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frauen demonstrieren kurz nach Donald Trumps Amtseinführung im Januar 2017 in Washington

          Entscheidende Wählergruppe : Trumps Frauen-Problem

          Frauen in den Vorstädten könnten über den Sieg bei der amerikanischen Präsidentenwahl entscheiden. Donald Trump umwirbt diese Wählergruppe intensiv. Nicht alle der Angesprochenen finden sein Vorgehen gut.
          Niemand weiß, was die Zukunft bringt – auch die Banker nicht.

          Kosten der Anlageverwaltung : Friede den Aktien, Krieg den Gebühren!

          In Sachen Geldanlage sind nur zwei Dinge sicher: die Vergangenheit und die Kosten. An den Gebühren verdienen Banken, die die Zukunft ebenso wenig kennen wie der Anleger. Ein Plädoyer für den Mut, das Vermögen selbst zu verwalten.
          Christian Lüth (Mitte) auf dem 8. Bundesparteitag der AfD im Congresszentrum in Hannover am 02. Dezember 2017.

          Pro-Sieben-Doku über Rechte : Das ist kein „Vogelschiss“

          Auf die Pro-Sieben-Doku „Rechts. Deutsch. Radikal“ reagiert die AfD schnell. Den einstigen Sprecher Christian Lüth, der meinte, man könne Migranten „erschießen“ oder „vergasen“, setzt sie vor die Tür. Der Reporter Thilo Mischke hat aber nicht nur deshalb Großes geleistet.
          Kein Betrieb wegen Streik: leerer U-Bahnhof in München

          Streik im Nahverkehr : Mehr als 10.000 Bus- und Bahnfahrer im Ausstand

          Millionen Pendlern und Schülern drohen am Dienstag massive Behinderungen auf dem Weg zur Arbeit und zum Unterricht: Bundesweit streiken heute Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs. Viele Busse und Bahnen werden wohl in den Depots bleiben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.