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Fifa : Infantino räumt auf

Bei der EM Zuschauer, bei der Fifa Aufräumer: Gianni Infantino Bild: dpa

Fifa-Präsident Gianni Infantino ordnet seinen in Verruf geratenen Verband neu. Ein Slowene der neue Compliance-Chef der Fifa. Er wird unter Beobachtung stehen.

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          Die Ethikkommission des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass vertrauliche Meldungen von Whistleblowern aus der Fifa-Administration zu möglichem Fehlverhalten des neuen Präsidenten Gianni Infantino bei ihm gelandet seien. „Alle der Untersuchungskammer der unabhängigen Ethikkommission zugetragenen Informationen werden vertraulich behandelt“, sagte ein Sprecher der Ethikkommission dieser Zeitung. Doch die Unruhe innerhalb der Organisation und in der Züricher Verbandszentrale ist groß. Nach und nach sind in den vergangenen Wochen Mitarbeiter entlassen worden, die zuvor offensichtlich unter dem Siegel der Vertraulichkeit Hinweise an die Ethikkommission über fragwürdige Vorgänge unter dem neuen Fifa-Chef gegeben hatten.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Erst war dem geschäftsführenden Generalsekretär Markus Kattner fristlos gekündigt worden, ihm folgten jetzt einer seiner Mitarbeiter im Generalsekretariat und der Leiter der Reisestelle (Fifa Travel). Von einer „Säuberungswelle“ ist unter Angestellten die Rede, mit der Infantino ein Exempel gegen jede weitere Kritik aus dem internen Verbandsapparat statuieren wolle. Auf Anfrage spricht die Fifa von „üblichen Umstrukturierungen“, die nicht auf das Wohlgefallen von jedem stießen. Es werde weitere personelle Rochaden geben.

          Vesel neuer Vorsitzender

          Derweil gab die Fifa am Mittwoch bekannt, dass der Slowene Tomaz Vesel neuer Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission für den im Mai zurückgetretenen Schweizer Wirtschaftsmanager Domenico Scala wird. Vesel ist Präsident des Rechnungshofes in Slowenien und wird auch den Fifa-Vergütungsausschuss führen. Hier soll das Gehalt von Infantino jetzt neu (und wohl höher) festgesetzt werden, obwohl es längst eine Festlegung gab (1,95 Millionen Franken im Jahr). Diese Summe ist umstritten. Vesel, dem Vernehmen nach handverlesen vom Fifa-Chef in die Position gebracht, muss zeigen, ob er unabhängig von Infantino die wichtige Kontrollfunktion ausübt.

          Der neue Aufseher: Tomasz Vesel

          Die Ermittler aus der Ethikkommission stehen derzeit noch mehr unter Beobachtung. Gegen Infantino läuft eine Voruntersuchung bei den Fifa-Ethikern. Diese müssen jetzt beweisen, wie unabhängig von der Fifa-Führung ihr Vorgehen ist und über welche Freiheit sie bei ihren Ermittlungen noch verfügen. Beim Fifa-Kongress im Mai hatten sich Präsident und Fifa-Council für ein Jahr die Vollmacht erteilen lassen, Vertreter aus den Kontrollorganen jederzeit entlassen zu können. Der damals aus eigenem Entschluss zurückgetretene Scala hatte bei seinem Abgang auf die Gefahr hingewiesen, dass die Vertreter in den Aufsichtsgremien durch die neue Ermächtigung der Fifa-Führung zu Erfüllungsgehilfen werden könnten.

          Die Ethikkommission prüft derzeit offenbar die Hintergründe eines fragwürdigen Flugs Infantinos in einem Privatjet zu einer Papst-Audienz. Es geht hier um den Financier und einen möglichen Interessenkonflikt. Die F.A.Z. hatte Anfang Juni über private Anschaffungen des Fifa-Chefs auf Kosten des Verbandes und weitere zweifelhafte Privatjet-Flüge berichtet. Tonaufzeichnungen, welche dieser Zeitung vorliegen, haben zudem gezeigt, dass Infantino ein Komplott zur Absetzung des Chefkontrolleurs Scala schmiedete.

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