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Blatter in Ramallah : Mission impossible

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Fußball verbindet: Blatter beim Spielen mit palästinensischen Kindern Bild: AFP

Auch wenn der Fifa-Präsident nur für die Fußballverbände der beiden Mitgliedsländer zuständig ist, so erreicht ihn doch der ganze Konflikt mit voller Wucht. Blatter muss zwischen Israel und Palästina vermitteln.

          Die Zeit wird knapp für Joseph Blatter – und das Problem, mit dem er konfrontiert ist, scheint unlösbar. Wie soll der Internationale Fußball-Verband (Fifa) Frieden herstellen zwischen Israel und Palästina? Auch wenn Blatter als Fifa-Präsident nur für die Fußballverbände der beiden Mitgliedsländer zuständig ist, so erreicht ihn doch der ganze Konflikt mit voller Wucht. Hektisch pendelt er dieser Tage zwischen Israel und Palästina hin und her, um einen Kompromiss herzustellen, doch bisher ist es ihm, wie er sagt, lediglich gelungen, den israelischen Premierminister zu der vagen Aussage zu bewegen, Israel sei zu einem „Friedensspiel“ mit Palästina bereit.

          Doch Palästina lenkt nicht ein. Beim Fifa-Kongress in einer Woche in Zürich will der Verband den Ausschluss Israels aus der Fifa beantragen. Im vergangenen Jahr in São Paulo konnte Blatter einen solchen Antrag noch mühsam abwenden, man einigte sich auf eine neutrale Beobachterkommission, durch die die Lage aber nicht entschärft werden konnte. Der schlimmste Zankapfel: Israel lässt fünf Klubs aus jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten in seiner Liga spielen. Die Liste ist ohnehin lang: Palästina wirft Israel vor, Fußballfelder in Gaza und im Westjordanland zerstört oder beschädigt zu haben, Sportler würden regelmäßig an der Reise ins oder aus dem Westjordanland gehindert, das Hauptquartier des Palästinensischen Fußballverbandes sei im November durchsucht worden.

          Fest steht, dass der Antrag Palästinas beim Kongress keine Chance hätte – er erforderte eine Dreiviertelmehrheit. Aber er würde der Veranstaltung, die eigentlich Blatters glanzvolle Wiederwahl in eine fünfte Amtszeit zum Mittelpunkt haben sollte, eine bittere Prägung geben. Zumal zu Blatters Unterstützern gleich mehrere einflussreiche Scheichs aus muslimischen Ländern gehören. Die Politik sollte den Sport nicht benutzen, um ihre Konflikte auszutragen, betonen Sportpolitiker oft und mit offizieller Zustimmung. Die Praxis sieht, wie Blatter gerade erleben muss, anders aus.

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