https://www.faz.net/-gtl-8zvyd

Antikorruptionseinsatz : Fifa-Vizepräsident Villar Llona festgenommen

  • Aktualisiert am

Der Fifa-Vizepräsident Ángel María Villar Llona befindet sich in Untersuchungshaft. Bild: dpa

Der Fifa-Vizepräsident Ángel María Villar Llona ist im Rahmen eines Antikorruptionseinsatzes der spanischen Polizei festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen Korruption, Fälschung und Unterschlagung ermittelt.

          2 Min.

          Der mächtige Fußball-Boss und Fifa-Vizepräsident Ángel María Villar Llona ist in Spanien wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Der 67 Jahre alte Chef des Nationalverbandes RFEF, der auch Vizepräsident des europäischen Dachverbands Uefa ist, sei zusammen mit seinem Sohn Gorka – dem ehemaligen Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes Conmebol – und weiteren Verdächtigen in Haft genommen worden, teilte die spanische Polizei am Dienstag mit.

          Villar Llona soll unter anderem Gelder des Verbandes verwendet haben, um sich Vorteile zu sichern. Gegen ihn werde unter anderem wegen Korruption, Fälschung und Unterschlagung ermittelt, hieß es.

          Im Rahmen der „Operation Soule“ wurden am Vormittag auch der Sitz der RFEF in Madrid sowie mehrere Regionalbüros und Wohnungen durchsucht. Die Ermittlungen seien Anfang 2016 eingeleitet worden, so die Guardia Civil. Der Einsatz war von der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragt worden.

          Zu den Festgenommenen gehöre auch Finanz-Vizepräsident Juan Padrón, hieß es weiter. „In Spanien werden die Gesetze durchgesetzt, die Gesetze sind für alle gleich, und niemand, wirklich niemand steht über dem Gesetz“, sagte Spaniens Sportminister Inigo Mendez de Vigo. Von Seiten der RFEF gab es zunächst keine Stellungnahme. Die Fifa verwies auf „interne Angelegenheiten“ des spanischen Verbands, die Uefa wollte die Vorgänge nicht kommentieren.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Der Top-Funktionär Villar Llona ist schon seit Jahrzehnten ein wichtiger Strippenzieher im internationalen Fußballgeschäft: Seit 19 Jahren sitzt er in der Regierung des Weltverbands Fifa, die inzwischen als Rat firmiert, und seit 1992 im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union Uefa. Er galt dabei als enger Vertrauter des langjährigen Fifa-Chefs Joseph Blatter, der selbst über zahlreiche Affären gestolpert war und das Amt 2016 niederlegen musste.

          Im November 2015 wurde Villar Llona von der Ethik-Kommission der Fifa verwarnt und mit einer Geldstrafe belegt, weil er den damaligen Fifa-Ermittlern um Michael Garcia zunächst keine Aussage zur umstrittenen Vergabe der WM 2018 und 2022 an Russland und Katar lieferte.

          Der jüngst durch die Fifa veröffentlichte Garcia-Bericht gibt einen Einblick in die Verweigerungshaltung des Fußball-Bosses. Später habe er jedoch seine Bereitschaft zur Kooperation in der Untersuchung gezeigt, begründeten die unabhängigen Fifa-Ethiker ihr mildes Urteil. Villar Llona ist neben dem Ägypter Hany Abo Rida inzwischen das einzige verbliebene Mitglied der damaligen Fifa-Exekutive, die im Dezember 2010 über die beiden WM-Gastgeber abstimmte. Im Normalfall spricht er am Rande von Veranstaltungen nicht mit den Medien.

          Weitere Themen

          Manchester City verteidigt Platz zwei

          Premier League : Manchester City verteidigt Platz zwei

          Manchester City bleibt zumindest mit etwas Abstand dem FC Liverpool auf den Fersen. In ungewohnten Trikots ist der Guardiola-Klub bei Crystal Palace erfolgreich. Klopps Team spielt erst am Sonntag.

          Der BVB meldet sich zurück

          1:0 gegen Mönchengladbach : Der BVB meldet sich zurück

          Die eine Borussia gewinnt, die andere bleibt zumindest bis Sonntag Tabellenführer: Der BVB vermeidet ausnahmsweise mal einen späten Ausgleich und schließt zu Mönchengladbach auf. Ein Tor des Kapitäns genügt in einem rasanten Spiel.

          Topmeldungen

          Donald Trump gab bekannt, den G-7-Gipfel doch nicht im familieneigenen Hotel in Miami auszurichten.

          Twitter : G7-Gipfel im nächsten Jahr doch nicht in Trump-Hotel

          Dies gab Donald Trump auf seinem Twitter-Account bekannt. Der Präsident der Vereinigten Staaten musste zuvor heftige Kritik für seine Entscheidung einstecken, den G-7-Gipfel in seinem Hotel in Miami ausrichten zu wollen.

          „Super Saturday“ : Britische Regierung beantragt Brexit-Verschiebung

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.