https://www.faz.net/-gtl-9odms

Fall Caster Semenya : Startrecht nach Kastration

„Eine Art Ideologie, die zu Gräueln in der Historie unseres Planeten geführt hat“: So beschreibt ein ehemaliger Funktionär die Haltung der IAAF gegenüber der standhaften Caster Semenya. Bild: EPA

Die IAAF hat Caster Semenya nach ihrem Sieg in Berlin 2009 eine Operation nahegelegt zur Aufhebung ihrer Laufsperre. Vier Athletinnen unterzogen sich der Tortur. Ein früherer Funktionär spricht von einem Zwangssystem.

          6 Min.

          Caster Semenya sollte sich kurz nach ihrem ersten Weltmeister-Titel 2009 in Berlin offenbar einer Kastration unterziehen. Das versuchte der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) durchzusetzen, wie aus dem jüngsten Urteil des Internationalen Sportschiedsgerichts (Cas) im Fall Semenya hervorgeht. Die südafrikanische Professorin Greta Dreyer von der Universität Pretoria sagte demnach als Zeugin aus, „dass die IAAF während der ersten Diskussion klar gemacht hat, dass ihre bevorzugte Behandlungsweise für eine Leistungssportlerin mit Belegen für Hyperandrogenismus Gonadektomie oder Kastration ist“, heißt es im Urteil des Verfahrens, das Caster Semenya gegen die neuen Regeln angestrengt hatte, die sie zu einer Hormontherapie verpflichten. Es wurde in der vergangenen Woche veröffentlicht.

          Der Cas hat in seiner Entscheidung der IAAF das Recht zugestanden, Läuferinnen mit einem Testosteronwert von mehr als fünf Nanomol pro Liter Blut von der Mittelstrecke auszuschließen. Sie habe die chirurgische Entfernung der innenliegenden, Testosteron-produzierenden Hoden mit Verweis auf die zu befürchtende „dramatische Verschlechterung ihres körperlichen und geistigen Zustands“ abgelehnt, wird die Gynäkologie-Professorin unter der Randnummer 101 zitiert.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+