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Europa-Spiele in Baku : Die große Show des Präsidenten

Olympisches Stadion: Präsident Alijew bei der Eröffnung im März Bild: Picture-Alliance

An diesem Freitag beginnen in Baku die Europa-Spiele mit mehr als 6000 Sportlern. Alijews Regierung übernimmt Anreise- und Übernachtungskosten. Von Menschenrechten und Pressefreiheit ist keine Rede.

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          Am 12. Juni beginnt in der Republik Aserbaidschan die größte Show, die das Land in den fast 25 Jahren seiner Unabhängigkeit erlebt hat: Mehr als 6000 Sportler kommen zu den Europa-Spielen, die in Baku ihre Premiere erleben. Nach Aserbaidschon geholt hat sie Ilham Alijew, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Aserbaidschans seit 1997, Staatspräsident seit 2003, Mitglied der Ruhmeshalle des Internationalen Ringerverbandes in Stillwater, Oklahoma, seit 2007. Nirgends in Europa gab es Interesse an der Austragung von Kontinentalspielen – außer bei Alijew.

          Je größer und bedeutender eine Veranstaltung ist, umso interessanter ist sie für den Sportfreund aus der öl- und erdgasreichen früheren Sowjetrepublik am Kaspischem Meer. Zwei Olympiabewerbungen Bakus sind bisher gescheitert. Als das Europäische Olympische Komitee die ersten Europa-Spiele im Dezember 2012 vergab, war die Gelegenheit mangels Mitbewerbern günstiger denn je. Baku, das im Frühjahr jenes Jahres Gastgeber des Eurovision Song Contests war, bekam den Zuschlag. Alijews Regierung übernimmt Anreise- und Übernachtungskosten für alle Teilnehmer.

          Anders als während des Musikwettbewerbs vor drei Jahren ist während der Sportwettkämpfe nicht mit größeren Protesten gegen die Regierung zu rechnen - obwohl die wirtschaftliche Lage heute deutlich schlechter ist. Im Februar wurde die Währung, der Manat, um 33,5 Prozent abgewertet, gleichzeitig lässt sich die aserbaidschanische Regierung die Spiele in Baku etwa zehn Milliarden Dollar kosten. Doch Alijew, der seinem Vater Hajdar ins Amt des Präsidenten folgte und zuletzt 2013 mit offiziell rund 85 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde, hat für Ruhe in Baku gesorgt.

          Um die Pressefreiheit steht es schlechter denn je. Prominente Kritiker wie die Historikerin Leyla Yunus, ihr Mann Arif, die Journalistin Chadidscha Ismayilowa wurden verhaftet, der Anwalt Intigam Alijew am 22. April zu siebeneinhalb Jahren Haft unter anderem wegen angeblicher Steuerhinterziehung verurteilt, Rasul Jafarow, Direktor des „Human Rights Club“, eine Woche später zu sechseinhalb Jahren wegen ähnlicher zweifelhafter Vorwürfe. Er hatte sich 2012 an der Kampagne „Sing for Democracy“ beteiligt.

          „Zunehmende Repression in Aserbaidschan“

          Die Verhaftungswelle in Baku beschäftigt die deutsche und die europäische Politik. Das Europaparlament wird über die Lage in der Plenarsitzung an diesem Mittwoch mit Rat und Kommission diskutieren, die Abgeordneten der Grünen fordern die Verabschiedung einer Resolution. Und der Bundesregierung liegt eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion mit dem Titel „Zunehmende Repression in Aserbaidschan“ vor. Auf sieben der elf Seiten werden darin Einzelfälle drangsalierter Regimekritiker aufgezählt. Sie soll spätestens am 12. Juni, pünktlich zur Eröffnungsfeier in Baku, beantwortet werden.

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