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Europa-Spiele : Deutsche Sportler fordern Freiheit

„Diese Forderung muss für alle Länder gelten“: Präsident Alijew (m.) mit Sportminister Rahimow und Ehefrau am 29. Mai in Baku Bild: Picture-Alliance

Die deutschen Sportler schließen sich dem UN-Berichterstatter an und fordern die Freilassung politischer Gefangener in Aserbaidschan. Vor den Europa-Spielen in Baku fordert Athletensprecher Schreiber „zwingend“ Änderungen bei der Vergabe von Großveranstaltungen.

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          Die deutschen Athleten haben die Freilassung der politischen Gefangenen in Aserbaidschan gefordert. Damit schließen sie sich der Forderung an, die Michel Forst, der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für die Menschenrechtslage im Gastgeberland der in der kommenden Woche beginnenden ersten Europa-Spiele, gestellt hatte.

          Christian Schreiber, Sprecher der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Die Einhaltung von grundlegenden Menschenrechten und das Recht, deren Nichteinhaltung zu kritisieren, steht außer Frage. Unabhängig vom Sport, der Situation in Baku und den ersten European Games schließen wir uns der Forderung des UN-Beauftragten an und weisen darauf hin, dass diese Forderung für alle Länder gelten muss, in denen Menschen inhaftiert sind, die für die Einhaltung der Menschenrechte einstehen.“ Schreiber forderte zudem, dass „diese Situationen“ bei der Vergabe von Sportgroßveranstaltungen „zwingend eine wichtigere Rolle“ spielen sollten.

          Michael Vesper, der Vorstandsvorsitzende des DOSB, begrüßte den Aufruf des „UN-Berichterstatters, die Europa-Spiele dazu zu nutzen, den Olympischen Geist von Freiheit und Inklusion zu feiern“. Die Menschenrechtssituation besorge den DOSB: “Selbstverständlich sind wir solidarisch mit den Menschen, die sich in Aserbaidschan für Menschenrechte einsetzen“, schrieb Vesper. Der DOSB stehe “selbstverständlich“ für Menschenrechte und Pressefreiheit: “Wir werden beides auch in Baku ansprechen.“ 

          Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyew hat vor den Europa-Spielen in einer groß angelegten Verhaftungs- und Repressionswelle Kritiker seines autokratischen Regimes mundtot gemacht. Lokale Aktivisten und internationale Menschenrechtsorganisationen beklagen die einschneidende Verschlechterung, im Ranking der Pressefreiheit der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ steht das seit 2003 von Aliyew regierte Land auf Platz 162 unter 180 Ländern, noch hinter Weißrussland, Ägypten und Kasachstan. Die aserbaidschanische Regierung, die sich als einzige um die erstmals ausgetragenen Spiele beworben hatte, zahlt den mehr als 6000 Sportlern und Funktionären Anreise und Unterkunft in Baku.

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