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Eishockey-WM in Belarus : Verhaftung, Folter, Bully

Ritual im Kaukasus: Putin empfängt Lukaschenka zum Eishockey, zuletzt im Februar 2020 in Krasnaya Polyana. Bild: Picture-Alliance

Vorspielen beim Diktator? Nicht nur der lettische Ministerpräsident Karinš will Lukaschenka nicht mehr den Hof machen. Er fordert einen neuen Ko-Gastgeber für die Eishockey-WM. Auch belarussische Athleten äußern sich kritisch.

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          Was tun mit der Eishockey-Weltmeisterschaft in Riga und Minsk? Abwarten, ob sich die Lage in Belarus beruhigt? Es wäre zynisch, dem Diktator Aleksandr Lukaschenka, als Kopf des Nationalen Olympischen Komitees auch Präsident des Sports des Landes, Erfolg bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung zu wünschen, um im Mai und Juni 2021 ungestörte Titelkämpfe erleben zu können. Zugleich erscheint es utopisch, sich die Weltmeisterschaft in Lukaschenkas und seines Förderers Wladimir Putins Lieblingssport in einem Dreivierteljahr als Feier einer neuen europäischen Demokratie vorzustellen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Wann immer der Diktator aus Minsk und der Finanzier seines notleidenden Regimes sich trafen, musste auch Zeit sein für ein Eishockeyspiel; zuletzt war das bei ihrem Treffen im Februar in Krasnaja Poljana nahe Sotschi, der Olympiastadt von 2014. Mit von der Partie war da auch Nikolai Lukaschenka, der 2004 geborene jüngste Sohn des Diktators. Zwar musste Lukaschenka auch im Kaukasus darum betteln, dass Russland nicht Weltmarktpreise für Öl und Gas von Belarus verlange, doch auf dem Eis ging es körperbetonter zu. Vermutlich wiederholte Lukaschenka nicht seine Idee vom Vorjahr, sich mit Minsk um die Olympischen Sommerspiele zu bewerben, entweder gemeinsam mit der Ukraine oder mit dem Russland von Sportfreund Putin.

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