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Eishockey-WM in Belarus : Widerstand gegen die totale Stille

Eishockey mit dem Diktator: Aleksandr Lukaschenka begibt sich gerne aufs glatte Eis. Bild: Imago

Der Diktator von Belarus vertritt Olympia, der Eishockey-Präsident scheint in einen Todesfall verwickelt. Wie reagieren Thomas Bach und das IOC? Schon bald wird sich zeigen, wie die Antwort lautet.

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          „Menschen sterben in Belarus, und Sportfunktionäre scheinen verwickelt. Es ist schrecklich.“ Anatolij Kotow war Leitender Berater in der Außenpolitischen Abteilung der Präsidialverwaltung von Aleksandr Lukaschenka, er hat für den Präsidenten von Belarus die Europaspiele 2019 vorbereitet. Aber im August 2020 hat Anatolij Kotow den Staatsdienst quittiert. Nun arbeitet er für den Belarusian Sport Solidarity Fund (BSSF), in dem sich Sportler gegen Lukaschenka und seine Handlanger zusammengefunden haben. Sie protestieren gegen die Racheakte des Regimes, gegen die Gewalt, mit der sich der Präsident des Landes, als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees oberster Sportler seines Landes, an der Macht hält seit dem 9. August, und die Wahlfälschung.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Kotow ist für die internationalen Beziehungen zuständig im BSSF und berichtete am Donnerstag auf einer Pressekonferenz von der Beweislage gegen einen von Lukaschenkas Schergen: den Präsidenten des belarussischen Eishockey-Verbandes, Dmitrij Baskow. Dieser ist weiterhin Gastgeber der Eishockey-Weltmeisterschaft 2021. Der Internationale Eishockey-Verband hat Minsk das Turnier nach wie vor nicht entzogen, trotz der Situation in Belarus und obwohl Baskow eine Rolle gespielt haben soll, als der Oppositionelle Raman Bandarenka auf offener Straße so zusammengeschlagen wurde, dass er den Verletzungen erlag.

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