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Ehemaliger DFB-Finanzchef Hans : 300.000 Euro für eine Schlüsselfigur der WM-Affäre

Stefan Hans wehrt sich vor Gericht Bild: dpa

Stefan Hans hat nie 800.000 Euro im Jahr bezogen. Eine solche Summe war unter der Woche kolportiert worden. Trotzdem fordert die Schlüsselfigur in der WM-2006-Affäre nun Millionen vom DFB.

          Der ehemalige Finanzchef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Stefan Hans, hat nicht, wie am Donnerstag verbreitet, 800.000 Euro Jahresgehalt bezogen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung betrug das Salär des ehemaligen Regierungsdirektors im Finanzministerium von Rheinland-Pfalz beim DFB zuletzt etwa 300.000 Euro. In der Berichterstattung über die juristische Auseinandersetzung zwischen Hans und dem DFB war von einer Vervierfachung des Gehaltes (200.000 Euro) innerhalb weniger Jahre die Rede gewesen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Hans war vom DFB im Zusammenhang mit der Affäre um die Weltmeisterschaft 2006 fristlos gekündigt worden. Beim gescheiterten Gütetermin vor dem Frankfurter Arbeitsgericht hatte der Rechtsanwalt des DFB zwar von einer Bereicherung des früheren Mitarbeiters Hans gesprochen. Das bezieht sich allerdings auf die ungewöhnlich hohen Übergangsgelder und die Vereinbarung zu einer Betriebsrente, die Hans gewährt worden sein soll. Daraus leitet Hans eine Millionenforderung gegenüber dem DFB ab.

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          Manche Regelungen sind noch unter der Präsidentschaft von Theo Zwanziger entstanden, wurden aber unter der Ägide von dessen Nachfolger Wolfgang Niersbach noch einmal deutlich aufgebessert. Angeblich stellt man sich bei den „Aufräumarbeiten“ im DFB die Frage, warum Hans eine derartige Vorzugsbehandlung zuteil wurde. Hans war als Finanzchef des WM-Organisationskomitees am Transfer von 6,7 Millionen Euro über den Internationalen Fußballverband (Fifa) an den damaligen Chef des Adidas-Konzerns, Robert Louis Dreyfus, beteiligt. Die Zahlung ist vom DFB gegenüber dem Finanzamt als Aufwendung für ein Kulturprogramm angegeben worden.

          Dieses Programm hat im Rahmen der WM 2006 allerdings nie stattgefunden. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Zwanziger, Niersbach und Horst R. Schmidt, die ebenfalls Mitglieder des WM-Organisationskomitees waren.

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